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Söder-Show beim CSU-Hochamt: "Ich bin der Markus, da bin i dahoam"

Der Aschermittwoch der CSU wurde zum Solo für den künftigen Ministerpräsidenten

Söder-Show beim CSU-Hochamt: "Ich bin der Markus, da bin i dahoam"

Bayerns designierter CSU-Ministerpräsident Markus Söder (Mi.) mit seiner Frau Karin und Generalsekretär Andreas Scheuer gestern in Passau Bild: Reuters

"Jo mei, gegn so a Gripp, do kaunn ma fei nix mochn, gö". Mit einer unüberhörbaren Portion Ironie kommentierte ein Sprecher des designierten bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder den Ausfall von Noch-Amtsinhaber und Parteichef Horst Seehofer beim gestrigen politischen Aschermittwoch der CSU in Passau. Seehofer hatte knapp vor der Veranstaltung seine Teilnahme krankheitsbedingt abgesagt und damit seinem Nachfolger Söder das Feld bei diesem traditionellen Hochamt der CSU allein überlassen müssen.

Söder enttäuschte die Erwartungen seiner Anhänger in der dicht gefüllten Dreiländerhalle nicht. Er präsentierte sich als einer, der alle Voraussetzungen mitbringt, die die selbstbewusste CSU von ihrem Ministerpräsidenten erwartet. "Ich bin der Markus, da bin i dahoam, und da will ich auch bleiben", sagte er am Ende seiner rund einstündigen Rede unter dem tosenden Applaus des Publikums.

Zuvor hatte er rhetorisch alle Register gezogen und vor allem klargemacht, dass für ihn nicht das Wohl der künftigen CDU/CSU-SPD-Bundesregierung in Berlin zählt, sondern einzig und allein das Halten der absoluten Mehrheit bei der bayerischen Landtagswahl im Herbst.

Für Heimat, gegen Berlin

"Wir wollen keine Berliner Verhältnisse", sagte Söder und ritt Attacken gegen alle politischen Mitbewerber, vor allem auch gegen die AfD. Diese stehe in vielen Bereichen der rechtsextremen NPD näher als der CSU und könne daher keine konservativ-bürgerliche Alternative sein. Söder berief sich mehrmals in seiner Rede auf den CSU-Säulenheiligen Franz-Josef Strauß, der einst sagte, dass es rechts von der CSU keine Alternative geben dürfe. Dieses Leitmotiv gelte noch heute, die CSU müsse die "Lufthoheit über die Stammtische" verteidigen und auch der "demokratischen Rechten" eine Heimat bieten, forderte Söder. Er versicherte, die harte Linie der CSU in Sicherheits- und Zuwanderungsfragen weiterzuverfolgen. "Nach wie vor sind wir das einzige Land der Welt, in das man ohne Pass hinein-, aber nicht mehr hinauskommt", polterte Söder und kündigte die Einrichtung einer bayerischen Grenzpolizei an. Zudem wolle er ein Bekenntnis zu christlichen Werten in der bayerischen Landesverfassung verankern und das Heimatbewusstsein der Bayern stärken: "Heimat ist das wichtigste emotionale Gefühl unserer Bürger", so Söder. Natürlich gab es dann auch noch viel Nährstoff für das bayerische Selbstbewusstsein: "Deutschland ist nur so erfolgreich, weil es uns Bayern gibt."

Als Einpeitscher fungierte schon zuvor CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. Hauptziel seiner Attacken war die SPD und deren "neuer Draußenminister Martin Schulz". "Der Sozi ist grundsätzlich nicht dumm, er hat nur viel Pech beim Nachdenken", ätzte Scheuer.

Der Aschermittwoch der CSU sei das "Original", so Scheuer. Noch im Vorjahr hatte die bayerische SPD erstmals eine größere Aschermittwoch-Veranstaltung auf die Beine gestellt. Damals war Martin Schulz gerade umjubelter SPD-Parteichef und -Kanzlerkandidat geworden. Zu Gast war im Vorjahr auch Christian Kern, damals noch SPÖ-Bundeskanzler. "Klar ist nach nur einem Jahr: Es hat sich ausgeschulzt und weggekernt", sagte Scheuer gestern mit Genugtuung.

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Artikel Wolfgang Braun aus Passau 15. Februar 2018 - 00:04 Uhr
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