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Selbst China wendet sich von Nordkoreas Diktator ab

PJÖNGJANG/PEKING. Der jüngste Raketentest Nordkoreas treibt das Regime in Pjöngjang immer weiter in die politische Isolation.

Selbst China wendet sich von Nordkoreas Diktator ab

In der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang wurde der jüngste Raketentest auf großen Plätzen gezeigt. Bild: APA/AFP/KIM WON-JIN

Denn nun rückt selbst der engste Verbündete China mehr und mehr von seiner neutralen Rolle ab. Und das ist für Diktator Kim Jong-un von enormer Bedeutung, wickelt doch Nordkorea gut 90 Prozent seines Außenhandels mit dem Nachbarstaat ab.

Chinas Außenminister Wang Yi betonte, man werde mit den anderen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrates darüber beraten, wie am besten auf den Test zu reagieren sei. "Die notwendige Antwort wird kommen, denn ungeachtet der langjährigen Beziehungen zu Pjöngjang sieht sich China zum Handeln gezwungen, um weitere Unsicherheiten zu verhindern.

Rückhalt in Moskau bröckelt

Auch in Moskau bröckelt der Rückhalt für das verbündete Regime in Pjöngjang zusehends: Der russische UNO-Botschafter Wassili Nebensja sprach etwa von einer "ernsthaften Bedrohung" für den Luft- und Schiffverkehr in der Region und auch für Zivilisten in Japan.

Der UNO-Sicherheitsrat kritisierte in der Nacht auf Mittwoch den erneuten, verbotenen Test als "ungeheuerliche Gefahr". In der einstimmig angenommenen Erklärung wird jedoch auf die Ankündigung weiterer Strafmaßnahmen gegen das international weitgehend isolierte Land verzichtet.

Japan und Südkorea forderten jedoch eine strengere UNO-Resolution. Der Druck müsse bis zum Maximum erhöht werden, damit Nordkorea an den Verhandlungstisch zurückkehre, erklärte das südkoreanischen Präsidialamt.

Kim völlig unbeeindruckt

Doch das Regime in Pjöngjang zeigt sich völlig unbeeindruckt und kündigte sogar weitere Raketentests an. Der jüngste Abschuss einer Mittelstreckenrakete über Japan hinweg sei nur der erste militärische Schritt, um den Pazifik-Vorposten der USA auf der Insel Guam einzudämmen, hieß es gestern in einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Nordkorea habe lediglich auf die gemeinsamen Militärübungen Südkoreas und der USA reagiert, wurde Machthaber Kim Jong-un in der KCNA-Meldung zitiert. Weitere Tests mit dem Ziel Pazifik seien notwendig. Der Raketentest sei auf Kims Anordnung erstmals von der Hauptstadt Pjöngjang aus unternommen worden, hieß es weiter.

Bereits zuvor hatte das Land damit gedroht, vier Raketen vor der US-Pazifikinsel Guam niedergehen zu lassen. Dort unterhalten die USA einen wichtigen Stützpunkt ihres Militärs.

Video: Der UNO-Sicherheitsrat hat den Raketentest Nordkoreas Dienstagnacht einstimmig verurteilt. Das Regime in Pjöngjang zeigt sich von der Verurteilung nicht beeindruckt und kündigt sogar weitere Raketenabschüsse an.

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Artikel 31. August 2017 - 00:04 Uhr
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