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Schüsse auf Irans Opposition und ein Wink mit der Atombombe

TEHERAN. Irans Präsident Mahmud Ahmadinejad deutete am Jahrestag der iranischen Revolution an, sein Land könne Uran auch über 20 Prozent anreichern. Auf die protestierende Opposition im Iran wurde unterdessen geschossen.

Schüsse auf Irans Opposition und ein Wink mit der Atombombe

Ahmadinejad ließ sich von Regime-Anhängern feiern. Die Opposition wurde mit Schlagstöcken ferngehalten. Bild: ABEDIN TAHERKENA

Die angekündigten „frohen Botschaften“ wurden von Ahmadinejad auf dem Teheraner Freiheitsplatz vorgetragen. Doch die Freiheit, zu demonstrieren, hatten und haben im Iran nur die Anhänger der Regierung. Sie wurden in Bussen zu dem Platz gebracht, um zu feiern: 31 Jahre nach dem Sturz des Schahs sei die Islamische Republik Iran „ein Atomstaat“. Das behauptete der iranische Präsident, der seinem Volk über die Erfolge iranischer Atomwissenschaftler berichtete.

Diese hätten in den letzten Tagen Uran erstmalig auf 20 Prozent angereichert und damit den Feinden des Landes bewiesen, dass man bei der Herstellung von Brennelementen für einen Teheraner Forschungsreaktor nicht länger auf ihre Hilfe angewiesen sei. Die meisten internationalen Experten bezweifeln das.

Ahmadinejad ging noch einen Schritt weiter: Er sprach von der Atombombe, die man zwar nicht bauen wolle. Doch dann ließ er sich ein Hintertürchen offen: „Falls wir die Bombe bauen wollten, würden wir dies auch ankündigen. Denn unsere große Nation hätte den Mut, dies auch deutlich und ohne Angst zu sagen.“ Außerdem sagte Ahmadinejad gestern, Israel stehe am Rande der Vernichtung.

Verhaftungen

Während er über die iranische Atombombe schwadronierte – und damit nach Ansicht von westlichen Beobachtern „alle Optionen offenließ“ – protestierten in anderen Teilen Teherans die Anhänger der Opposition. Ihr Bestreben, auf den Freiheitsplatz vorzudringen, verhinderten Polizisten mit Schlagstöcken, Tränengas und Stacheldraht. Nach unbestätigten Berichten iranischer Blogger soll scharf geschossen worden sein. Der Sohn von Oppositionsführer Mahdi Karrubi wurde verhaftet, als er seinem Vater gegen Sympathisanten des Regimes zu Hilfe eilte. Die Leibwächter von Ex-Präsident Mohammed Khatami wurden bei der Verteidigung ihres Schutzbefohlenen verprügelt.

Die Leib und Leben riskierende Opposition musste daher auf vom Regime ungesicherte Straßen ausweichen, um ihre Parolen zu skandieren: „Nieder mit dem Diktator“, „Tod dem Revolutionsführer“ sowie „Freiheit für Iran“. Videoclips, die dies belegen, wurden trotz Zensurmaßnahmen im Internet veröffentlicht.

Proteste der Opposition wurden auch aus den iranischen Millionenstädten Täbriz, Isfahan und Schiraz gemeldet. Von einer „Demonstration der Stärke“, analysierte der persische Dienst der BBC, könne man aber nicht sprechen.

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Artikel Von Michael Wrase 12. Februar 2010 - 00:04 Uhr
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