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Regierung und Palast schweigen zu Thronfolge in Thailand

BANGKOK. In Thailand wird womöglich an diesem Dienstag die Thronfolge besiegelt. Kronprinz Maha Vajiralongkorn (64) soll die Nachfolge seines im Oktober verstorbenen Vaters König Bhumibol Adulyadej antreten.

Kronprinz Maha Vajiralongkorn bei der Beerdigung seines Vaters, König Bhumibol Bild: (AFP)

Für Ausländer völlig unverständlich äußern sich aber weder Regierung noch Palast konkret zu den Plänen. Ohnehin wäre keine Zeremonie geplant.

Die feierliche Krönung findet frühestens nach dem Ende der einjährigen Trauerzeit statt. Klar scheint bisher nur eins: Am Dienstag um 11 Uhr Ortszeit (5.00 MEZ) findet eine Sondersitzung der gesetzgebenden Versammlung statt. Sie soll live im Fernsehen übertragen werden. Niemand sagt, was auf der Tagesordnung steht. Es ist Aufgabe dieser Versammlung, den Kronprinzen zur Thronfolge "einzuladen". Damit wäre die Proklamation zum König vollzogen. Niemand rechnete am Montag mit einem öffentlichen Auftritt des neuen Königs.

Versammlung fungiert als Parlament

Die gesetzgebende Versammlung fungiert seit dem Militärputsch 2014 als eine Art Parlament. Darin sitzen 250 vom Militär ernannte "Volksrepräsentanten". Die Versammlung wollte die Proklamation bereits am Abend des Todestages von König Bhumibol vollziehen. Überraschend bat Vajiralongkorn aber um mehr Zeit zum Trauern, wie er seinerzeit durch Putschführer Prayut Chan-o-cha mitteilen ließ.

Obwohl der König formal keine politische Macht hat, ist die Monarchie in Thailand eine hochpolitische Angelegenheit. Regierende und Volk bringen dem Monarchen absolute Ehrerbietung entgegen. Keine Regierung würde ohne das Plazet des Palastes handeln. Der tief verehrte König Bhumibol war ein Garant der Einheit in dem politisch tief zerstrittenen Land. Er starb am 13. Oktober nach mehr als 70 Jahren auf dem Thron. Er wurde 88 Jahre alt.

Ob und wie sich die politische Landschaft nun verändert, ist nicht abzusehen. Eine öffentliche Diskussion über die Monarchie ist in Thailand tabu. Jede Äußerung kann eine Anklage wegen Majestätsbeleidigung nach sich ziehen. Auch Politikwissenschaftler äußern sich nicht.

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Artikel nachrichten.at/apa 28. November 2016 - 10:15 Uhr
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