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Nordkorea droht mit Einsatz von Atombombe

PJÖNGJANG. Nordkorea droht nach den jüngsten UNO-Sanktionen Japan mit Vernichtung durch eine Atombombe und den USA mit "Asche und Dunkelheit".

Nordkorea nimmt US-Insel ins Visier, Trump droht Kim mit "Feuer und Wut"

Kim Jong-un Bild: APA/AFP/KCNA VIA KNS/STR

Nach der neuerlichen Verschärfung der Sanktionen werden die Töne aus Nordkorea immer schriller: In einer Mitteilung der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA ist gar von einem Atomschlag gegen Japan die Rede. "Mit der Atombombe von Juche sollen die vier Inseln der Inselgruppe in der See versinken", teilte das nordkoreanische "Friedenskomitee für Asien und Pazifik", das für außenpolitische Beziehungen und Propaganda zuständig ist, mit. "Japan muss nicht länger in unserer Nähe existieren."

Juche ist die nordkoreanische Staatsdoktrin, eine Mischung aus Marxismus, wirtschaftlicher Selbstversorgung und militärischer Eigenständigkeit.

Darüber hinaus wurden die Drohungen gegen die Vereinigten Staaten drastisch verschärft: "Lasst uns das Kernland der USA auf Asche und Dunkelheit reduzieren", hieß es in dem Statement weiter. Nordkorea forderte auch die Auflösung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, bei dem es sich um ein "Werkzeug des Teufels" handle, in dem "mit Geld bestochene" Länder vertreten seien, die auf Anweisung der USA handelten.

"Extrem provokative Drohung"

Japan kritisierte die nordkoreanischen Drohungen scharf. Die Erklärung sei "extrem provokativ und ungeheuerlich". Sie erhöhe die Spannungen in der Region und sei "absolut inakzeptabel", sagte Chef-Kabinettssekretär Yoshihide Suga. Ministerpräsident Shinzo Abe rief zur strikten Umsetzung der jüngsten UNO-Sanktionen auf.
Südkoreas Präsident Moon Jae-in sprach sich trotz der jüngsten Drohungen dagegen aus, US-Atomwaffen in seinem Land zu stationieren oder gar selbst derartige Waffen zu entwickeln. Dieser Schritt würde es den beiden Staaten auf der koreanischen Halbinsel unmöglich machen, Frieden zu schließen. Und er könnte einen atomaren Wettlauf auslösen, sagte Moon dem US-Sender CNN. Die USA hatten ihre Atomwaffen Anfang der 1990er-Jahre aus Südkorea abgezogen.

Verbot von Textilexporten

Der UNO-Sicherheitsrat hatte am vergangenen Montag als Reaktion auf den sechsten und bisher stärksten nordkoreanischen Atomtest weitere Strafmaßnahmen verhängt. Das chinesische Außenministerium teilte mit, dass die internationale Gemeinschaft damit einen Konsens erreicht habe, um auf eine friedliche Lösung hinarbeiten zu können.

Die jüngsten Strafmaßnahmen sehen unter anderem ein Verbot von Textilausfuhren aus Nordkorea vor, dem nach Kohle und Erzen zweitwichtigsten Exportgut des abgeschotteten Landes. Allerdings wurde ein erster Sanktionsentwurf der Vereinigten Staaten abgeschwächt, um die Unterstützung der UNO-Vetomächte China und Russland zu erhalten. So wurde beispielsweise auf ein Ölembargo verzichtet.

 

Radioaktives Gas

Gut eineinhalb Wochen nach dem jüngsten nordkoreanischen Atomtest haben südkoreanische Experten nach eigenen Angaben Spuren radioaktiven Gases entdeckt. An mehreren Messstellen in Südkorea seien Xenon-133-Isotope festgestellt worden, die aus Nordkorea stammten, teilten die Behörden in Seoul mit.

Keine natürliche Quelle: Zwar kann man aus diesen Gasen laut Experten keine Rückschlüsse ziehen, welcher Sprengsatz gezündet worden sei. Das entdeckte Isotop stamme jedoch nicht aus natürlichen Quellen und wurde auch nach früheren nordkoreanischen Atomtests nachgewiesen.

 

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Artikel nachrichten.at/apa 14. September 2017 - 08:58 Uhr
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