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Nordkorea droht den USA mit "größtem Schmerz"

NEW YORK/PJÖNGJANG. Der UNO-Sicherheitsrat beschloss eine weitere Verschärfung des Wirtschaftsembargos gegen Nordkorea – Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Nordkorea nennt Sanktionen "boshaft" und droht USA mit "größtem Schmerz"

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un feiert sein Land als "unbesiegbare Atommacht" und droht den USA erneut mit Vergeltung. Bild: APA/AFP/KCNA VIA KNS/STR

Die Welt erhöht den Druck auf Nordkorea: Nach dem sechsten Atomtest hat der UNO-Sicherheitsrat gestern einstimmig neue Wirtschaftssanktionen gegen das Regime in Pjöngjang beschlossen.

 

Wie sehen die neuen Sanktionen aus?

Der UNO-Beschluss beinhaltet ein Einfuhrverbot von Flüssiggas. Außerdem darf Nordkorea keinerlei Textilien mehr exportieren. Zudem verbietet die Resolution allen Staaten, Arbeitserlaubnisse für Nordkoreaner auszustellen. Aus Rücksicht auf Russland und China mussten die USA jedoch das ursprünglich geplante harte Ölembargo abschwächen. Die Einfuhr von Rohöl wurde auf die Einfuhren der vergangenen zwölf Monate gedeckelt, die Menge fertig raffinierten Treibstoffs auf zwei Millionen Fass jährlich begrenzt.

 

Können die Strafen die Kim-Diktatur treffen?

Ein bisschen. Für Nordkorea sind Textilexporte eine wichtige Geldquelle. Die Einnahmen aus der Textilwirtschaft betragen 750 Millionen Dollar jährlich. Durch die 50.000 im Ausland arbeitenden Nordkoreaner erzielt das international isolierte Land jedes Jahr 2,3 Milliarden Dollar. Das nun abgeschwächte Ölembargo hat jedoch kaum Auswirkungen. Nordkorea hat in den letzten Jahren große Öl-Lager angelegt und verstärkt auf Kohle umgestellt. Zudem hat Nordkorea bisher immer Wege gefunden, die internationalen Sanktionen zu umgehen.

 

Wie reagiert Nordkorea?

Schon in den vergangenen zwei Jahrzehnten haben Sanktionen Pjöngjang nicht von seinem Atomwaffenprogramm abbringen können. Auch diesmal bezeichnete das Regime die Sanktionen als "boshaft" und drohte mit Vergeltung: Die USA würden schon bald "den größten Schmerz" erfahren, den sie in ihrer Geschichte erlebt hätten, ließ das Regime verlautbaren.

 

Ließe sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un ein überzeugendes Angebot machen?

Derzeit wohl nicht. Mit den jüngsten Raketen- und Atomtests lässt Kim erkennen, dass er in dem eskalierenden Konflikt nicht einlenken will. Er lehnt Verhandlungen über einen Verzicht auf die Atomwaffen ab. Sie dienen Pjöngjang als "Überlebensgarantie", weil sie das Land unangreifbar machen sollen. Allerdings sehen Beobachter Nordkorea nicht grundsätzlich Gesprächen abgeneigt. Nordkorea will aber mit den USA auf Augenhöhe reden und als Atommacht anerkannt werden. Schon mehrfach forderte das Land einen Friedensvertrag und eine Aufhebung der Sanktionen. (hei)

 

Video: Der UNO-Sicherheitsrat hat auf den Test einer Wasserstoffbombe durch Nordkorea reagiert und neue Sanktionen gegen Pjönjang beschlossen. Die USA mussten einige ihrer Forderungen abschwächen.

Grafik: Nordkoreas Außenhandel



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Artikel 13. September 2017 - 00:04 Uhr
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