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Libyen: Russland soll Druck auf Rebellenführer machen

MÜNCHEN. Der libysche Regierungschef Fayez Seraj (Fajas Seradsch) hat Russland aufgefordert, sich für die Einheit seines Landes einzusetzen.

Wladimir Putin

Wladimir Putin Bild: Reuters

Moskau solle den libyschen Rebellenkommandant Khalifa Haftar zum Einlenken bewegen, sagte Seraj der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz. Man wisse um die Beziehungen Russlands zu Haftar.

Dieser will sich nicht unter das Kommando der von den UN und auch Russland anerkannten Einheitsregierung stellen, die Seraj anführt. Haftars Miliz kontrolliert den Osten Libyens. Der Streit verhindert die Einheit des seit 2011 von einem Bürgerkrieg zerrütteten Landes und auch einen erfolgreichen Kampf gegen Schlepperorganisationen. Libyen gilt als zentrales Land auf dem Weg von afrikanischen Migranten über das Mittelmeer nach Italien.

"Wir hoffen, dass Russland eine positive Rolle bei der Lösung der Libyen-Krise spielen wird, genauso wie alle anderen", sagte Seraj. Russland sei sicher ein wichtiger Akteur. Seine Regierung habe selbst mehrfach Kontakt zum russischen Außenminister Sergej Lawrow und zum russischen Botschafter in Libyen gehabt. Es gebe auch keine Bedenken gegen eine Rückkehr russischer Ölkonzerne wie Gazprom. "Wir sind offen für Kooperationen mit allen Seiten. Jeder, der uns bei der Entwicklung der Wirtschaft, der Sicherheit, politisch oder militärisch helfen will, ist willkommen."

EU-Diplomaten hatten zuletzt Sorge geäußert, dass die von Russland angestrebte größere Rolle in Libyen die Bemühungen um eine Einheit des Landes weiter erschwerten.

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Artikel nachrichten.at/apa 19. Februar 2017 - 20:41 Uhr
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