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Hintergrund: Von Paris aus konnte Khomeini die Revolution lenken

Ayatollah Khomeini und sein Gegner, der Schah. Bild: archiv

Vor dreißig Jahren, am 1. Februar 1979, kehrte Revolutionsführer Ayatollah Khomeini aus dem französischen Exil in den Iran zurück. Der Flug war nicht ungefährlich: Zwar hatte der Schah bereits zwei Wochen vorher das Land verlassen. Er sei „müde“, lautete seine Begründung. Zum Zeitpunkt der Landung hatten aber noch längst nicht alle kaisertreuen Gruppen im Iran kapituliert.

15 Jahre zuvor war Khomeini zunächst ins türkische Bursa und anschließend in die irakische Stadt Nadschaf verbannt worden. Der Geistliche hatte sich offen gegen den Schah und dessen „Weiße Revolution“ gestellt. Es kam zu Massendemonstrationen, bei denen mindestens 380 Menschen erschossen wurden.

Nach der Verbannung des Ayatollahs wähnte sich der vom Westen hofierte Schah in Sicherheit: Doch anstatt zumindest einen Teil der gewaltig sprudelnden Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport an die bitterarme Bevölkerung zu verteilen, lebten der Diktator und seine Günstlinge in Saus und Braus. Gleichzeitig unterdrückte der von US-Spezialisten beratene Geheimdienst Savak die Opposition brutal.

Anfang Jänner 1978 veröffentlichte die Zeitung „Etelaat“ einen Artikel, der Khomeini verunglimpfen sollte. Damit erreicht wurde das Gegenteil: Auch säkulare Oppositionsgruppen unterstützten fortan den Ayatollah. In der Stadt Ghom kam es zu Demonstrationen, die blutig niedergeschlagen wurden. Es folgten die Massaker von Teheran und Täbriz, bis sich große Teile der Sicherheitskräfte weigerten, auf das Volk zu schießen.

Khomeini saß in dieser „ersten Phase“ der Revolution noch im irakischen Nadschaf. Allerdings wollte auch Saddam Hussein den einflussreichen Querulanten loswerden – und schlug dem Geheimdienst des Schahs vor, den Ayatollah nach Algerien oder Libyen abzuschieben. „In Algier oder Tripolis hat Khomeini eine revolutionäre Plattform“, argumentierte die Schahregierung dagegen und ließ Khomeini nach Paris „verbannen“. Quasi über Nacht wurde der Ayatollah dort zu einem Politstar. Im demokratischen Frankreich konnte er in aller Ruhe die Revolution in seiner Heimat in die gewünschten Bahnen lenken.

Frankreich hatte mit Sicherheit nicht vorausgesehen, welche Dynamik der „Gast“ aus dem Iran entwickeln würde. Aber Paris zog die Konsequenzen: Der Schah wurde abgeschrieben und Khomeini als neuer Herrscher Persiens aufgebaut. Er bekam für seinen Rückflug sogar einen Jumbo-Jet. (wrase)

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Artikel 30. Januar 2009 - 00:04 Uhr
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