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Großer Andrang bei der Schicksalswahl

TEHERAN. Der Wahlschluss im Iran musste verlängert werden, Präsident Rouhani gab sich siegessicher.

Großer Andrang bei der Schicksalswahl

Die Wahlbeteiligung lag bei mehr als 72 Prozent. Bild: APA/AFP/BEHROUZ MEHRI

Bei der Präsidentenwahl im Iran zeichnete sich eine große Beteiligung ab. Vor vielen Wahllokalen in Teheran bildeten sich lange Schlangen. Medienangaben zufolge gab es auch in den Provinzen eine lebhafte Beteiligung. Die Wahllokale blieben länger offen.

Mehr als 56 Millionen Iraner waren aufgerufen zu bestimmen, ob sie dem moderaten Präsidenten Hassan Rouhani eine zweite Amtszeit gewähren oder einen politischen Wechsel wollen. Hauptrivale ist Ebrahim Raisi, der Spitzenkandidat des erzkonservativen Klerus. Die beiden anderen Kandidaten gelten als chancenlos.

"Ein wichtiger Tag"

"Heute ist ein wichtiger Tag, da die Iraner ihr Schicksal und das ihrer Kinder selbst in der Hand haben", sagte Rouhani nach seiner Stimmabgabe in Teheran. Die Wähler sollten nicht vergessen, dass das Ergebnis auch außenpolitisch für das Land enorm wichtig sei, ergänzte er. Rouhani gab sich siegessicher: "Die enthusiastische Teilnahme der Iraner an der Wahl stärkt unsere Macht und die nationale Sicherheit", sagte er. Eine hohe Wahlbeteiligung wird im Iran allgemein als Ausweis der politischen Legitimität des Systems interpretiert. Das Innenministerium erwartete eine Beteiligung von mehr als 72 Prozent.

Viele Iraner sehen Amtsinhaber Rouhani als das kleinere Übel. Sie werfen ihm vor, nicht für den versprochenen wirtschaftlichen Fortschritt gesorgt zu haben. Bei einem Sieg des 56-jährigen Raisi befürchten sie jedoch erneut internationale Spannungen. Rouhani hat das Land mit dem Atomdeal geöffnet. "Zumindest haben wir seit Rouhani nicht mehr diese blödsinnigen Streitereien mit der Außenwelt und auch nicht mehr die Angst vor einem Krieg", sagt ein Wähler in Teheran.

Raisis Anhänger hoffen dagegen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung, denn wie Rouhani versprach auch sein Kontrahent vor der Wahl neue Arbeitsplätze.

Erste Prognosen soll es am Samstag geben. Erhält kein Kandidat bei der ersten Wahlrunde mehr als 50 Prozent, findet am 26. Mai eine Stichwahl statt.

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Artikel 20. Mai 2017 - 00:04 Uhr
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