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Eskalation zwischen Riad und Teheran "extrem gefährlich"

WASHINGTON. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat vor einer weiteren Zunahme der Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran gewarnt. Die derzeitige Eskalation sei "extrem gefährlich", sagte Mogherini am Dienstag bei einem Besuch in Washington.

Beide Seiten sollten ihre Rhetorik mäßigen und nach einem "Minimum von Konsens" suchen, um die Grundlage für Frieden zu stiften.

Saudi-Arabiens mächtiger Kronprinz Mohammed bin Salman hatte zuvor Teheran eine "direkte militärische Aggression" vorgeworfen. Er bezog sich damit auf einen Raketenbeschuss der saudi-arabischen Hauptstadt Riad durch proiranische Rebellen im Jemen, den er als "kriegerischen Akt" bezeichnete.

Saudi-Arabien und der Iran stehen im Konflikt im Jemen auf entgegengesetzten Seiten. Teheran unterstützt die schiitischen Houthi-Rebellen, die Jemens Hauptstadt Sanaa und große Teile des Landes kontrollieren. Riad führt seit März 2015 eine arabische Militärkoalition an, um Jemens Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi zurück an die Macht zu bringen.

Saudi-Arabien erhebt den Vorwurf, dass die auf Riad abgefeuerte Rakete vom Iran geliefert worden sei. Unterstützung bekam Riad dabei von der US-Regierung. Mit den Raketenlieferungen an die Houthi-Rebellen verstoße Teheran gegen UN-Resolutionen, erklärte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley.

Warnung auch an US-Regierung

Die Warnungen Mogherinis während ihres Washington-Besuchs waren offenkundig auch an die Adresse der US-Regierung gerichtet. Sie wisse, dass sie mit ihren Mahnungen zu rhetorischer Zurückhaltung "nicht die Mehrheitsposition in der Welt von heute" vertrete, die "völlig verrückt zu werden scheint", sagte die EU-Chefdiplomatin.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor der saudi-arabischen Führung sein "großes Vertrauen" ausgesprochen. König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman "wissen genau, was sie tun", schrieb er während seiner Asienreise im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Trump meinte damit allerdings die beispiellose Welle von Festnahmen hochrangiger Politiker und Geschäftsleute im Rahmen einer Anti-Korruptions-Kampagne in Saudi-Arabien. Den Konflikt mit dem Iran erwähnte er nicht.

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Artikel nachrichten.at/apa 07. November 2017 - 20:51 Uhr
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