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EU-Kommissar rechnet mit neuer Flüchtlingswelle

BRÜSSEL. Dimitris Avramopoulos: Einrichtung von Hotspots unter UN-Aufsicht in Libyen derzeit nicht möglich.

EU-Kommissar rechnet mit neuer Flüchtlingswelle

Dimitris Avramopoulos Bild: APA/AFP/JOHN THYS

"Die Zahl der Ankünfte ist seit Juli zwar gesunken, und das ist eine gute Nachricht, es ist jedoch nicht die Zeit, um schon Schlüsse zu ziehen. Viele Menschen warten noch auf die Abfahrt, und es ist sehr wahrscheinlich, dass es bald zu einer neuen Welle von Ankünften kommt", sagt EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos.

Die Einrichtung von Hotspots unter Aufsicht des UN-Flüchtlingswerks UNHCR in Libyen sei zurzeit nicht möglich. "Wir müssen die bereits bestehenden Flüchtlingseinrichtungen vor Ort koordinieren", meinte Avramopoulos im Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Stampa". Wichtig sei, den Dialog mit Libyen zu fördern. Europa müsse die Kooperation mit Libyen und den afrikanischen Herkunftsländern der Migranten unterstützen. "Die Kontakte sind mit Ägypten und Algerien produktiv, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit bewiesen haben. Viele Menschen wollen nach Europa fahren. Nur eine kollektive Zusammenarbeit kann diesen Flüchtlingsstrom stoppen", so der EU-Kommissar.

Unmenschliche Behandlung

Unterdessen wurde bekannt, dass 85 Prozent der in Italien gelandeten Flüchtlinge in Libyen Folter und unmenschliche Behandlungen erlitten haben. Dies geht aus einem Bericht der Organisation "Ärzte für Menschenrechte" in Rom hervor, die Flüchtlinge bei der Ankunft in Italien befragt haben.

79 Prozent der Flüchtlinge seien in überbevölkerten Lagern unter schlimmsten hygienischen Bedingungen untergebracht gewesen. 60 Prozent haben ständig Hunger und Durst gelitten. 55 Prozent seien wiederholt geschlagen worden. Außerdem seien viele Frauen vergewaltigt worden.

"Libyen ist ein Lager, in dem gegen die Flüchtlinge Grausamkeiten wie in den KZ des 20. Jahrhunderts verübt werden." Die Organisation warnte, dass das Abkommen zwischen Italien und der libyschen Regierung von Fayez al-Serraj dazu führe, dass zehntausende Migranten aus Subsahara-Staaten in Libyen festsitzen. "Dies bezeugt auch der drastische Rückgang bei den Flüchtlingsankünften in Italien im Juli und im August."

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Artikel OÖN 10. August 2017 - 00:04 Uhr
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