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Drei Wahlsiege als Rückenwind für US-Demokraten

In Virginia, New Jersey und New York gab es am Jahrestag seiner Wahl eine Abfuhr für Präsident Trump.

Drei Wahlsiege als Rückenwind für US-Demokraten

Northam gewann in Virginia. Bild: APA/AFP/GETTY IMAGES/WIN MCNAMEE

Das Ergebnis am ersten Jahrestag seiner Wahl zum 45. Präsidenten der USA ging Donald Trump unter die Haut. So sehr, dass er am anderen Ende der Welt, in Südkorea, die neue Twitter-Obergrenze von 280 Anschlägen ausnutzte, um sich vom republikanischen Spitzenkandidaten in Virginia, Ed Gillespie, zu distanzieren. Der Kandidat habe hart gearbeitet, "mich und wofür ich stehe, aber nicht mit Begeisterung vertreten", twitterte er.

Vor den Wahlen klang das noch anders. Da lobte Trump Gillespie, einen traditionellen Republikaner, der die strategische Entscheidung getroffen hatte, mit Trump-Themen anzutreten. "Trumpismus ohne Trump", nannte das Steve Bannon, der zur rechten Internet-Seite "Breitbart" zurückgekehrte Chefideologe des Präsidenten.

Gillespie agitierte im Wahlkampf gegen Einwanderer, setzte sich für den Erhalt der Konföderierten-Denkmäler in dem südlichen Bundesstaat ein und profilierte sich als Champion der Waffennarren.

Vor dem Wahltag lag er in Umfragen Kopf an Kopf mit dem Demokraten Ralph Northam, der einen miserablen Wahlkampf geführt hatte. Umso erstaunlicher fiel das Ergebnis aus. Gillespie ging in der Wahlnacht mit Pauken und Trompeten unter. Der Demokrat setzte sich mit neun Prozentpunkten Vorsprung durch.

Die Erklärung für das Desaster hat allein mit Trump zu tun, der laut Nachwahl-Umfragen seine Gegner mobilisierte. Doppelt so viele Wähler, die Trump als Motiv für ihre Wahlbeteiligung nannten, wollten dem Präsidenten einen Denkzettel verpassen, als ihn unterstützen.

Erfolg für junge Transfrau

Die Anti-Trump-Stimmung sorgte zudem für den historischen Einzug der ersten offen als Transfrau antretenden Kandidatin ins Repräsentantenhaus des Bundesstaates. Die Demokratin Danica Roem (33) entthronte den 73-jährigen Bob Marshall, der seit 26 Jahren für die Republikaner im Parlament saß.

Mit deutlichem Abstand siegte bei den Gouverneurswahlen im demokratischen New Jersey der ehemalige US-Botschafter in Deutschland und Obama-Freund Phil Murphy. In der Metropole New York verteidigte der linke Bürgermeister Bill de Blasio mit rund zwei Dritteln der Stimmen sein Amt.

Zwei wichtige Pflichtsiege, die Analysten erwartet hatten. Die Demokraten hoffen nun, dass diese Ergebnisse ein gutes Omen für die wichtigen "Midterm"-Kongresswahlen im nächsten Jahr sind. Zur Wahl stehen dann alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses und ein Drittel der 100 Senatoren.

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Artikel Thomas Spang, Washington 09. November 2017 - 00:04 Uhr
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