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Drei Viertel Neulinge im Parlament

PARIS. Frankreichs Nationalversammlung wurde mit der Wahl runderneuert.

Drei Viertel Neulinge im Parlament

Premier Edouard Philippe, Präsident Emmanuel Macron (v.l.) Bild: APA/AFP/LOIC VENANCE

Es hat langjährige Abgeordnete ebenso erwischt wie ehemalige Minister: Der Siegeszug von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und seiner Partei "La République en Marche" (LREM) und der politische Neustart in der Grande Nation hat die Zusammensetzung des Parlaments ordentlich durcheinandergewirbelt.

Drei Viertel der frisch gewählten Abgeordneten sind Politik-Neulinge, nur 142 der insgesamt 577 Mitglieder der bisherigen französischen Nationalversammlung behalten ihr Mandat. Das ist die bisher umfangreichste Erneuerung des Parlaments seit Gründung der Fünften Republik im Jahr 1958.

Einerseits waren 212 der bisherigen Abgeordneten nicht mehr zur Wahl angetreten. Andererseits hatte die neue Partei von Macron gezielt Politneulinge für die Parlamentswahl aufgestellt. Das Macron-Lager, also die Partei LREM und die Verbündeten der Zentrumspartei "MoDem", kamen laut Innenministerium bei der Parlamentswahl auf 350 Sitze. Das liegt deutlich über den 289 Mandaten für eine absolute Mehrheit.

Die konservativen Republikaner kommen zusammen mit der Zentrumspartei UDI auf 131 Sitze. Die Sozialisten von Ex-Staatschef François Hollande haben künftig nur noch 29 Abgeordnete in der Nationalversammlung, bisher waren es 283. Die Bewegung "Das unbeugsame Frankreich" des Linkspolitikers Jean-Luc Melenchon gewann 17 Mandate, die Kommunisten erzielten zehn Mandate. Der rechtsextreme "Front National" (FN) stellt künftig acht Abgeordnete, unter ihnen Parteichefin Marine Le Pen.

Kabinett wird umgebildet

Nach dem Gewinn der absoluten Mehrheit hat das Lager von Präsident Emmanuel Macron seine Reformversprechen bekräftigt: "Dies war nicht der wahre Sieg, dieser wird in fünf Jahren errungen, wenn wir die Dinge verändert haben", sagte Regierungssprecher Christophe Castaner dem Sender "RTL". Zugleich kündigte Castaner eine Regierungsumbildung an. Diese werde aber nur einen geringen Umfang haben und eher technischer Natur sein; Premier Edouard Philippe solle auch an der Spitze der nächsten Regierung stehen.

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Artikel 20. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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