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Battle Group für Libyen wäre Premiere mit österreichischen Soldaten

Gibt der Ministerrat heute grünes Licht, dann könnten schon bald bis zu 180 österreichische Soldaten in Libyen im Hilfseinsatz sein. Die Österreicher wären dabei Teil einer schnell mobilisierbaren Kampftruppe – einer Battle Group. 2004 von der EU geschaffen, sollen diese Einheiten in einer Stärke von je 1500 Mann (im Einzelfall auch mehr) innerhalb von fünf Tagen in Krisenregionen eingesetzt werden. Allerdings blieb es bisher nur bei der Bereitschaft dieser Sonderkampfverbände. Libyen wäre damit eine Einsatz-Premiere.

Die Mission „EUFOR Libya“ wurde am 1. April 2011 vom EU-Ministerrat formell beschlossen. Sie soll die Hilfseinsätze des UNO-Büros für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) im Bürgerkriegsland in Nordafrika unterstützen. Das würde vor allem die Hilfe bei der Evakuierung von Flüchtlingen bedeuten.

Zwei Offiziere als Vorhut

Über Operationsdetails hüllt sich Brüssel in Schweigen. Nicht zuletzt wohl deshalb, weil für einen Einsatz dieser Sonderkampfverbände die Einstimmigkeit der EU-Länder nötig ist – und bisher nie erzielt werden konnte. Bekannt ist bislang nur, dass der italienische Konteradmiral Claudio Gaudiosi Kommandant dieser EU-Einheit ist. Österreich beteilgt sich am Aufbau der Kommandostruktur in Rom mit zwei Verbindungsoffizieren. Laut Verteidigungsminister Norbert Darabos könnte diese Vorhut auf bis zu zehn Offiziere ausgebaut werden.

Tatsächlich gestartet würde der Einsatz in Libyen aber erst nach einem weiteren Beschluss des EU-Ministerrates, in dem das genaue Operationskonzept und der Operationsplan festgelegt werden.

Zum Einsatz kommen könnte dann jene Battle Group, für die Österreich seit 1. Jänner 2011 eine gepanzerte Infanteriekompanie sowie Soldaten für Führungs- und Versorgungsaufgaben stellt. Die 180-Mann-Truppe besteht aus Soldaten der Kaderpräsenzeinheit (KPE) des Jägerbataillons 17 aus Straß (Steiermark) und des Jägerbataillons 19 aus Pinkafeld (Burgenland), also aus zeitverpflichteten Berufssoldaten. Ausgerüstet ist die Truppe unter anderem mit den Mannschaftstransport-Radpanzern „Pandur“.

Die österreichischen Soldaten bereiten sich seit April 2010 auf einen möglichen Einsatz vor und übten dabei etwa die Verhandlungsführung mit Konfliktparteien, das Trennen von rivalisierenden Gruppen sowie die Evakuierung von Zivilisten. In Österreichs Kampfgruppe mit dabei sind auch Deutsche, Niederländer, Finnen und Litauer.

Österreich führt 2012

Im Einsatzfall soll die Battle Group bis zu 30 Tage selbstständig handlungsfähig sein, die Einsatzdauer könnte aber auf bis zu 120 Tage verlängert werden. Österreich wird im zweiten Halbjahr 2012 sogar die logistische Führung einer Battle Group mit Deutschland, Tschechien, Kroatien, Irland und Mazedonien übernehmen. (eku)

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Artikel 12. April 2011 - 00:04 Uhr
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