Damals/Vor 100 Jahren

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Verdun damals ... Deutsche Soldaten beim Angriff auf eine französische Stellung Bild: dpa

Die Schlacht um Verdun: Symbol für die Sinnlosigkeit des Krieges

Am 21. Februar 1916 begann nahe dem nordfranzösischen Verdun eine Schlacht, die zum Symbol für massenhafte Menschen- und Materialvernichtung ohne Rücksicht und ohne militärischen Effekt werden sollte.

Von Josef Achleitner, 22. Februar 2016 - 00:04 Uhr
Damals/ Vor 100 Jahren
OÖNachrichten-Redakteur Josef Achleitner lässt in dieser Serie die Geschichte aus dem Blickwinkel der OÖNachrichten Revue passieren.

Josef Achleitner, Politikressort

Als die deutsche Offensive, die die Franzosen quasi aus dem Krieg bomben sollte, endete, zählte man 143.000 Tote auf deutscher und 167.000 Tote auf französischer Seite. Die wahren Zahlen erfuhr man erst, als das von deutschen Soldaten bitter "Blutpumpe" genannte Gemetzel vorbei war.

Die Zeitungen hierzulande wurden vom Beginn des Angriffs mit Verspätung informiert. Drei Tage nachdem die "Operation Gericht" im Auftrag des Chefs der Obersten Heeresleitung in Berlin, General Erich von Falkenhayn, gestartet worden war, fand sich in der Linzer "Tagespost" die von der Kriegspressebehörde lancierte dünne Meldung, wonach nördlich von Verdun durch Artilleriebeschuss die französische Front auf etwa zehn Kilometern aufgerissen worden wäre.

Tatsächlich hatte Falkenhayn den Plan ausarbeiten lassen, wonach die Franzosen durch Unmengen von schwerer Artillerie zu einer verzweifelten Gegenoffensive zum Erhalt der im Land symbolisch enorm wichtigen Festung Verdun gezwungen werden sollten. Dabei sollten sie sich "ausbluten" oder "weißbluten", wie sich Falkenhayn später rechtfertigte.

Nach anfänglichen Erfolgen der Deutschen gelang es den Franzosen unter ihrem Oberkommandierenden Joseph Joffre, in einer nationalen Kraftanstrengung Dutzende Divisionen in den Kampf zu bringen und über die pathetisch "Heilige Straße" genannte einzige Verbindung mit 12.000 Tag und Nacht fahrenden Lastwagen zu versorgen. Überdies bauten sie westlich des Flusses Maas eine neue Artilleriefront auf.

Die Augenzeugenberichte darüber, was mit den Millionen an Granaten, den tausenden Geschützen, darunter etwa 1000 schwere auf beiden Seiten, und mit dem Einsatz von tödlichem Phosgengas angerichtet worden ist, übertreffen an Schrecklichkeit alles bis dahin Dagewesene. Wie Schlacke sind die Soldaten nach Treffern in ihren Schützengräben verbrannt, Verwundete konnten wegen des permanenten Feuers nicht gerettet werden, Gefallene wurden als Stützen für die vom Regen aufgeweichten Gräben verwendet. Um nicht zu verdursten, tranken Soldaten ihren Urin und verseuchtes Wasser. Im Juni mussten deutsche Truppen an die gefährdete Ostfront abgezogen werden, im Juli an den Fluss Somme, wo die Briten eine Offensive gestartet hatten. Mehrere Angriffe der Deutschen hatten nur kurz oder gar keinen Erfolg. Am 21. Dezember waren Franzosen und Deutsche wieder dort, wo das Schlachten begonnen hatte. Über die Zeitungen ließ Berlin verlauten, es handle sich um einen "Sieg der deutschen Waffen", die Franzosen müssten von vorne beginnen.

 

Originalseiten der "Tagespost":



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Kommentare

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„Verdun- Schlacht ohne Gewinner und Verlierer, jedoch vieler Opfer (Kanonenfutter)Weiß wer, ob ...“ kontrolle Verdun- Schlacht ohne Gewinner und Verli...
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