Damals/Vor 100 Jahren

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Damals Titelbild

Die ersten Blasmusiker in Alkoven im Jahr 1866

Blasmusikland Oberösterreich: Der Aufschwung kam auch vom Militär

Oberösterreich gilt heute als eine Hochburg der in Österreich generell stark vertretenen Blasmusik.

Von Josef Achleitner, 30. Mai 2016 - 00:04 Uhr
Damals/ Vor 100 Jahren
OÖNachrichten-Redakteur Josef Achleitner lässt in dieser Serie die Geschichte aus dem Blickwinkel der OÖNachrichten Revue passieren.

Josef Achleitner, Politikressort

Mit nicht billigen und deswegen auch kritisch beäugten Landesmusikschulen wird ein breites Reservoir für die fast 500 Kapellen mit 23.000 Musikern bereitgestellt, das auch qualitativ hohen Ansprüchen gerecht wird. Nicht umsonst steigt auch die Zahl aus Oberösterreich stammender Spitzenmusiker etwa in symphonischen Orchestern ständig.

Begonnen hat die Verbreitung der Blasmusik wie vieles im generell an Fortschritten reichen 19. Jahrhundert. Zuvor waren statt der herrschaftlichen oder stadtbürgerlichen Thurnermusiker (Turmbläser) oder Posaunen- und Trompeter-Ensembles Regimenter mit bedeutenden und populären Musikformationen in Garnisonsstädten wie Linz, Wels und Enns entstanden. Paraden und öffentliche Konzerte der Militärmusik sollten bis zum Ersten Weltkrieg eine der wichtigsten Möglichkeiten der Repräsentation für das Kaiserreich und seine Armee werden. Solche Auftritte und Aufmärsche bekamen zunehmend Volksfestcharakter.

Eine neue Instrumententechnik und ein phasenweise liberalerer Staat halfen der Popularisierung der Kapellen immens. Mit der Entwicklung der Ventiltechnik konnten die Besetzung der Kapellen und deren Klangvielfalt drastisch ausgebaut werden. Und ein kaiserliches Vereinsgesetz ermöglichte ab 1852 die freie Gründung von Blasmusikvereinen.

Musikerverein Alkoven 2016 (Bild leider aus redaktionstechnischen Gründen unvollständig und schadhaft)

 

Ab den 1860-er Jahren gab es Musikgruppen nicht nur in den Städten und Märkten, sondern auch in kleineren Agrargemeinden. Mitglieder waren nicht wie in den ebenfalls stark im Aufschwung befindlichen Männergesangsvereinen vorwiegend Bürger und Beamte, sondern auch Bauern und die arbeitende Mittelschicht.

Deshalb feiern seit einigen Jahren Dutzende Vereine im Land ihr 150-Jähriges Bestandsjubiläum. Einer davon ist der Musikverein Alkoven im Bezirk Eferding, der am Wochenende drei Tage lang zum Fest lud, das gestern mit Gastkapellen, einer Bezirksmarschwertung und einem Festzug abgeschlossen wurde. Aufgetreten sind dabei auch Gruppen wie die Voixxbradler oder MaMuKaWa, deren Repertoire die Zukunft dieser Musiksparte erahnen lässt.

OÖNachrichten als Partner von Best of Blasmusik    
Bild: (Alexander Schwarzl)

Am Anfang standen damals oft abgerüstete Militärmusiker oder Soldaten, die in Kriegsjahren mit dieser Musik in Berührung gekommen waren. In Alkoven war es Bauern, Handwerker und ein Oberlehrer namens Johann Mayr, der wie viele seiner Kollegen musikalisches Fachwissen einbrachte. Erster Kapellmeister im Jahr 1866 war der Hofmeier in Bergham, Franz Minichmayr, dessen Nachkommen mit dem Erdbeerland österreichweit bekannt geworden sind.

Die Weltkriege bedeuteten harte Zäsuren für die Kapellen, erst Jahre danach konnte vielerorts wieder organisiert musiziert werden.

Woodstock der Blasmusik: Besuchermassen wie bei einem Rockkonzert  
Bild: Valentina Dirmaier
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