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Wenn der Nebel fällt

Wo – das ist im Innviertel eine Frage des Standortes.

Es war wie ein unvermuteter Schlag, wie eine Erinnerung, die unerwartet wieder auftaucht: Als dieser Tage bei einer Fahrt an einem Spätsommer- (oder Frühherbst-?)Abend an einer Talsenke zwischen Braunau und Ried eine Nebelbank über die Fahrbahn zog, entfuhr es mir: "Herbst!" Und sogleich waren die Gedanken bei den kommenden Monaten.

Mit diesem Dunst-Gewabere in den Wochen zwischen Spätsommer und Frühwinter verhält es sich im Innviertel ja sehr unterschiedlich. Während mancherorts der goldene Herbst und die darauf folgenden klaren Wintertage die Laune der Innviertler Seele nicht unbeträchtlich heben, tragen Dauernebel und Sonnenlosigkeit in anderen Innviertler Gefilden dazu bei, eine Herbst- und Winterdepression aufkommen zu lassen, die im Grunde dem Charakter des Innviertlers zuwider ist. Das Depressive, das Dunkle ist nicht unseres, so viel steht fest.

Was aber soll man – beispielsweise – in Innviertler Ecken wie in Dorf an der Pram oder Taiskirchen machen, wenn sich dort der Nebel hartnäckig wie die Krätze hält? Von Oktober bis Februar, von morgens bis abends – und sogar an manchen Sommermorgen? Da geht gar nichts. "Wir sind halt ein Nebelloch", sagen Dorfer dann resignierend, wenn ein Aspacher von sonnig-klaren Novembertagen erzählt. "Sonne, was ist das?", stimmen dann auch Braunauer in das herbstliche Klagen ein und rufen die Schmollner und Saiga Hanser sowie Bewohner mancher Sauwaldgemeinden auf den Plan, die in Nebelfragen gern über den Dingen stehen. Wie übrigens sehr oft auch wir Rieder, die wir herbstens deutlich mehr Sonne geniessen können als manch andere Innviertler.

Jetzt geht es also los mit den dunstig verhangenen Tagen und Nächten, die einen schon auch einmal bewusst machen, was es heißt, die Hand vor Augen nicht mehr zu sehen. Und da ist unser Innviertel so vielfältig wie überhaupt als solches. Die Nebellöcher und die Sonnenfenster wechseln nicht selten wenige Meter voneinander ab. Und das sind die Momente, wo man sonnig umflutet vom Sulzberg, vom Haugstein oder den Hängen des Tannberg aus ins nebelbedeckte Innviertler Land blicken kann.

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Artikel Roman Kloibhofer 29. September 2016 - 00:04 Uhr
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