18. Mai 2017 - 00:04 Uhr · Roman Kloibhofer · Unser Innviertel

Vom Nach-Hause-Kommen

Nicht nur das Reisen hat seinen Reiz, auch die Rückkehr ins Vertraute ist jedes Mal ein Genuss.

Ich reise oft. Und ich reise gerne. Ebenso gerne komme ich aber immer wieder nach Hause. Es ist das beruhigende Gefühl, nach einer Reise in fremde Länder wieder Vertrautes um sich zu haben, das dieses Nach-Hause-Kommen so besonders macht.

Als mich ein Freund kürzlich gebeten hat, ich möge ihm fünf Dinge nennen, auf die ich mich nach Reisen daheim wieder am meisten freue, habe ich ihm nach kurzer Nachdenkpause folgende Liste geschickt:

1. Auf die gute Luft, die mich Tag für Tag umgibt, und die ruhig auch einmal mit Agrar-Duft und mit Kirchenglockenklang versehen sein darf.

2. Auf das saubere Wasser, das mich zu Hause keinen Augenblick lang überlegen lässt, ob ich einen Schluck davon direkt aus der Wasserleitung riskieren soll oder nicht.

3. Auf ein frisches, resches Buttersemmerl zum Frühstück. Das Verlangen danach kann auf Reisen bestenfalls nur durch ein frisches Croissant geschwächt werden.

4. Auf ein Stück Bauernbrot, am besten ein krustiges Scherzl. Dazu gibt´s weltweit keine Alternative, die mein Verlangen danach auch nur ansatzweise stillen könnte.

5. Auf den grandiosen Blick ins Land, von der Stelzen kommend Richtung Ried. Dieser Blick zeigt diesen mir so vertrauten Teil des Innviertels in seiner ganzen Pracht.

Auch der Gedanke an einen erfrischenden Schluck Most, an dampfende Innviertler Knödel, an einen Spaziergang zur Stibler-Linde in Aspach, an eine Mountainbike-Tour zum Ledererkopf und an ein frisches Bier in der Bumsn in Schärding können mich trösten, wenn es gegen Ende einer Reise Zeit ist, sich von liebgewonnenen Plätzen im Urlaubsland schweren Herzens zu verabschieden.

Die nächsten Urlaubspläne sind schon wieder geschmiedet, verschiedene Reiseziele sind bereits festgelegt. Und wenige Tage vor der nächsten Abreise an irgendeinen Ort in der Welt wird dann auch dieses kribblige Reisefieber wieder akut, das mich jedes Mal mit einem spannenden Gefühl der Ungewissheit entlässt: "Was erwartet mich wohl dieses Mal...?" Das wird sich nie ändern. Genauso wenig wie die immer wiederkehrende Freude auf das Vertraute daheim.

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/unser-innviertel/Vom-Nach-Hause-Kommen;art199347,2570535
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