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Provinz-Straßen-Posse

Nehmen wir – ungeachtet aller daraus resultierenden Unschärfen – einmal an, der kürzeste Weg vom Wohnsitz einiger Mitglieder der oberösterreichischen Landesregierung zu deren Arbeitsplatz im Landhaus verliefe durch das Innviertel.

Und nehmen wir weiters an, dieser Weg verliefe zum Beispiel über die Hausruck-Bundesstraße zwischen Ort und Ampflwang oder über die Kobernaußer Landesstraße zwischen Ried und Friedburg-Lengau oder durch den Sauwald.

Nehmen wir außerdem noch an, besagte Politiker müssten diese Straßenstücke täglich befahren, morgens und abends, im Winter wie im Sommer. Und nehmen wir abschließend auch noch an, diese Fahrten würden von den Herrschaften selbst, ohne Chauffeur, und mit dem eigenen Kraftwagen durchgeführt. Dann ...

Sie ahnen bereits, wie es in diesem „Was-wäre-wenn-Szenario“ weitergehen könnte: Angenommen, alle oben genannten Umstände träfen zu, dann wäre ein Ausbau der besagten Straßenstücke bzw. eine Entschärfung von Gefahrenstellen auf diesen Routen nur eine Frage der Zeit ...

Wer oft auf besagten Straßenstücken unterwegs ist, weiß, dass eine zeitgemäße Adaptierung dieser Verkehrswege kein übertriebener Wunsch ist. Die Definition von „zeitgemäß“ ist freilich eine Ermessenssache: Zu einer Rennbahn ausgebaute Straßen sind keineswegs wünschenswert. Eines steht aber fest: Enge, unübersichtliche Straßenführung mit etlichen schlaglochübersäten Streckenabschnitten (als sowohl Auto als auch Rad fahrender Zeitgenosse registriert man das!) sind nicht zeitgemäß.

Da es sich aber nur um Annahmen mit einem konstruierten Szenario handelt, das Leben im Allgemeinen bekanntlich kein Wunschkonzert und die öffentliche Hand knapp bei Kasse ist, wird der Reisende hier weiterhin auf engen, kurvenreichen, unübersichtlichen, von Frostaufbrüchen und Schwerverkehr gezeichneten Straßen unterwegs sein (müssen). Oder sollte es – und das wollen wir jetzt nicht annehmen – der Fall sein, dass manche Infrastruktur-Anliegen abseits des Zentralraumes als weniger dringlich angesehen werden?

„Da es sich aber nur um Annahmen handelt, das Leben im Allgemeinen kein Wunschkonzert und die öffentliche Hand knapp bei Kasse ist, wird der Reisende weiterhin auf engen, kurvenreichen Straßen unterwegs sein.“

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Artikel Roman Kloibhofer 01. September 2016 - 00:04 Uhr
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