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Freuden des Geschmacks

Haubenküche: Diese Qualität gibt´s nicht geschenkt

Viel Aufsehen erregte unlängst Nachwuchs-Koch Lukas Kienbauer in Schärding; sein "Lukas" am Stadtplatz bekam auf Anhieb zwei Auszeichnungen ("Hauben") des Gourmetführers Gault Millau. Für herausragende Qualität geehrt wurden auch das "Aqarium" in Geinberg, das "Atmosphere" im idyllischen Dorf an der Pram, der "Wirt z’Kraxenberg" (familiengeführt seit 1892) sowie der "Bauböck" in Gurten, ebenfalls ein Traditionsgasthaus. Diese Betriebe bewerteten die anonymen Tester des Gault Millau als exzellent. Das bedeutet natürlich nicht, dass es keine anderen hervorragenden Gaststätten im Innviertel gäbe. Der Autor dieser Zeilen schätzt z. B. den "Gössnitzer" in Eggelsberg wegen der immer frischen Produkte aus der Umgebung oder die "Altdeutsche Weinstube" in Braunau wegen der Mischung aus Innviertler Schmankerln und Innovationen. Doch die anspruchsvolle Gastronomie hat Sorgen – nicht nur wegen fehlender Fachkräfte, sondern auch wegen irregeführter Gäste. Manche halten Geiz immer noch für geil und regen sich über eine Kürbiscremesuppe um 5,80 oder einen Zwiebelrostbraten um 17,50 Euro auf (aktuelle Preise beim "Bauböck"). Auch ein feines Dreigang-Menü beim Wirt z’ Kraxenberg ist mit 28,50 Euro gewiss nicht überbezahlt. Aber klar, ein Gummihendl oder Pommes & Majo kosten weniger. Billig ist nur die Massenware. Regionale Qualität hat ihren Preis, der aus vielen Elementen entsteht, von der aufwändigen Produktion über die sorgfältige Verarbeitung bis zu den Mehrkosten für gutes Personal und ein stilvolles Lokal. Es gibt niemanden, der nicht isst und trinkt. Doch die Freuden des Geschmacks sollten sich mehr Gäste öfter gönnen.

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Artikel Christoph Kotanko 06. Oktober 2016 - 00:04 Uhr
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