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Bier, Schani oder Gast?

Gedanken über eine gastronomische Grundsatzfrage.

Zugegeben: Der Zeitpunkt für diese Debatte ist ein wenig spät. Aber der nächste Frühling kommt bestimmt (früher oder später). Nachdem der Rieder Gemeinderat den Beschluss gefasst hat, dass "Schani"-Gärten künftig auch im Winter offen gehalten werden dürfen, muss eine Auseinandersetzung mit diesem Thema auch an dieser Stelle erlaubt sein: Gibt es im Innviertel nun einen Bier-, einen Schani- oder einen Gastgarten?

Gewähren Sie mir in dieser Frage gleich vorweg eine ganz persönliche Einschränkung: Der Schanigarten scheidet für mich aus, das ist das Privileg der Ost-Österreicher. "Schani" – also der Diener, Handlanger, Kellner oder gute Freund (wie der Duden weiß und nach dem wohl der Schanigarten benannt ist) – ist kein Innviertler Begriff. Dieser ist zumindest östlich der Enns, wenn nicht noch weiter östlich, daheim.

Zwischen Bier- und Gastgarten wird die Grenzlinie schon schmäler. Auch aus geografischen Gründen. Wer bei Hochburg-Ach, Obernberg, Schärding, Braunau, Ostermiething, Sankt Radegund oder Freinberg über die Grenze ins Bayerische fährt und zur Sommerzeit Lust auf eine Jause unter freiem Himmel bekommt, wird diese Lust mit einer Brotzeit in einer Wirtschaft mit Biergarten stillen können. Mit einem "großen Hellen" oder einem Weißbier.

Diesseits von Inn und Salzach (und zwar zwischen Überackern und Geiersberg genauso wie zwischen Engelhartszell und Pramet) geht unsereiner auf eine Brettljause ins Gasthaus mit Gastgarten. Und bestellt sich (was keiner Kellnerin und keinem Kellner weitere Fragen entlockt) ein "Bier" . Wobei dies jenseits der Grenzgewässer manchmal die Frage "Ein Großes, ein Kleines, ein Helles, ein Dunkles, ein Weizen?" nach sich zieht.

Womit die Frage, ob es nun Bier- oder Gastgarten heißen soll, freilich nicht eindeutig geklärt ist. Allerdings klingt Gastgarten eindeutig sympathischer. Zumindest für den Gast, der dorthin geht und das Gefühl hat, dass es um ihn und nicht (nur) ums Bier geht.

Na da haben wir ja Glück, dass wir nicht an Deutschland außerhalb Bayerns grenzen. Dann würde es möglicherweise im Innviertler Grenzgebiet keine Gastgärten, sondern "Freischankflächen" geben. Und wir müssten auf die Frage, wie die Brettljause geschmeckt hat, mit "lecker" anstatt "guat" antworten.

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Artikel Roman Kloibhofer 10. November 2016 - 00:04 Uhr
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