
Mirjam Weichselbraun redet ständig und gegen Bezahlung. Die 30-Jährige beherrscht die Kunst des unverbindlichen Gesprächs wie wenig andere. Auch wenn sie heute Abend an der Seite Alfons Haiders die Fernsehzuseher durch die glamouröse Welt des Opernballs führt, wird sie wieder stets den richtigen Ton treffen, egal ob mit Bundespräsident Heinz Fischer oder mit Ex-Sportler Boris Becker, egal ob auf Deutsch oder Englisch.
Am Ende des Tages weiß man trotzdem wenig über die Fernsehmoderatorin aus Tirol. Sie bleibt lieber unverbindlich. Dass sie deshalb oft als zu lieb und nett kritisiert wird, ist Weichselbraun egal: „Ich mache mir keinerlei Gedanken über ein Image und möchte mich auch nicht irgendwo positionieren. Ich möchte mich nur nicht verstellen müssen, und ich wüsste auch nicht, warum ich als Moderatorin ständig andere Leute beleidigen müsste“, sagte sie im OÖN-Interview.
Mirjam Weichselbraun kam am 27. September 1981 in Innsbruck auf die Welt, ihre eineiige Zwillingsschwester folgte. Optisch sind die beiden immer noch kaum zu unterscheiden. Doch während Mirjam den Nachnamen ihrer Mutter trägt, geht Melanie mit dem des Vaters durchs Leben.
Das erste Mal in die Öffentlichkeit drängte Weichselbraun bei der Wahl zum „Bravo Girl“ im Jahr 2000. Es folgten Moderationen bei einem Tiroler Privat-Fernsehsender, bevor sie als 19-Jährige den Sprung nach Deutschland wagte und zuerst bei Viva, später bei MTV ihre Karriere richtig ins Rollen brachte.
Gegen Menschen, die sie auf ihr Äußeres reduzieren wollten, wusste sie sich damals schon zu wehren: „Es gibt viele Leute, die hübsch ausschauen und passende Konfektionsgrößen haben. Aber was bringt mir das, wenn ich in der Sendung unfähig bin, mich mit Gästen zu unterhalten? Ich bin schon als 17-Jährige in einer Redaktion gesessen und abends zur Schule gefahren. Mir ist nichts geschenkt worden, nur weil ich blond bin.“
Auch wenn ihre Beziehungen zu prominenten Kollegen wie dem Sänger Marque oder Moderator Jan Hahn gescheitert sind, lebt Weichselbraun skandalfrei. Berichtet wird stattdessen über Äußerlichkeiten wie ihre Opernball-Robe – heuer ein nudefarbenes, bodenlanges Abendkleid von Jenny Packham mit transparenten Ärmeln im Zwanziger-Jahre-Stil.
Den Bildschirm und die Öffentlichkeit will Weichselbraun nicht so schnell verlassen: Sie steckt gerade jede Menge Energie in den Aufbau ihrer Schauspiel-Karriere.
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