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Emilie Schwarz: Eine späte Ehrenrunde

Die kleine Frau im Rollstuhl bekam den größten Applaus. Als Emilie Schwarz am Mittwochabend bei der Ehrung der oberösterreichischen Sportler des Jahres in Linz den „Goldenen Leo“ für ihr Lebenswerk überreicht bekam, gab es niemanden im Saal, den diese besondere Siegerehrung kaltgelassen hätte. Alle waren sich einig: Der Ehrenpreis der Oberösterreichischen Nachrichten ist bei ihr ausgezeichnet aufgehoben.

Als Schwarz Anfang der 1980er-Jahre Obfrau des Oberösterreichischen Behindertensportverbandes wurde, war sie eine Ausnahmeerscheinung. Frauen gab es damals in den Funktionärsetagen des Sports so gut wie gar nicht, was für die resolute Mühlviertlerin aber überhaupt kein Problem gewesen ist. „Wenn Frauen etwas von einer Sache verstehen, dann werden sie respektiert“, sagt sie.

Emilie Schwarz versteht sehr viel von ihrer Sache, dem Sport und dem Leben mit einer Behinderung. Mit neun erkrankte sie an Kinderlähmung, seit damals sitzt sie im Rollstuhl. Als Behindertensportlerin gewann sie bei zwei Olympischen Spielen in Deutschland und Kanada Silber- und Bronzemedaillen in verschieden Wurfdisziplinen. Für Funktionäre war die „Milli“ aus Hellmonsödt damals nicht gerade eine pflegeleichte Sportlerin. „Ich war lästig und habe viele Forderungen gestellt.“ Nach dem Wechsel in die Funktionärsetage hat sich ihre Sichtweise dann etwas geändert. Schwarz: „Das Schimpfen geht ja schnell, aber wenn du etwas verändern willst, dann musst du dich sehr anstrengen.“

Und sie hat sich sehr angestrengt. Unermüdlich setzte sie sich für die Gleichstellung des Behindertensports mit dem so genannten „normalen“ Sport ein. Ihre Vision von Profi-Sportlern mit Behinderung ist längst Realität geworden. Jeder ihrer Wegbegleiter behauptet, dass Schwarz eine Pionierleistung vollbracht hat. Nur sie selbst behauptet das nicht. „Ich war von vielen wohlwollenden Menschen umgeben, und wir hatten ausgezeichnete Sportler. Es hat einfach alles gut zusammengepasst.“ Für ihre ehrenamtliche Arbeit wollte sie nie eine Belohnung haben. „Ich musste nach 26 Jahren als selbständige Schneiderin in Frühpension gehen. Ich habe mich engagiert, damit ich Vater Staat etwas zurückgebe.“

Eine Auszeichnung wäre ihr „komisch vorgekommen“. Und jetzt, als 77-Jährige, hält sie oben auf der Bühne den „Goldenen Leo“ in ihren Händen. Fast vorwurfsvoll sagt sie: „Ihr habts mich ganz schön überrumpelt.“ Und dabei strahlt Emilie Schwarz über das ganze Gesicht.

Kommentare
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Artikel 25. November 2011 - 00:04 Uhr
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Eine strahlende Siegerin  Bild: OÖN/city-foto.at

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