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Sergei Alexandrowitsch Karjakin: Der Kandidat hat 2772 Punkte

Seit gestern Abend sitzt Sergei Karjakin im Fulton Market Building in New York Magnus Carlsen gegenüber. Zwischen dem russischen Herausforderer und dem norwegischen Weltmeister im Spiel der Könige liegt mehr als nur ein Brett mit 32 weißen und 32 schwarzen quadratischen Feldern.

Der Kandidat hat 2772 Punkte Von Bernhard Lichtenberger

Im Spiel der Könige will sich der russische Herausforderer in New York die Krone aufsetzen. Bild: Reuters

Die einstigen Schachwunderkinder, die in zwölf Partien um die Krone kämpfen, zeigen ganz unterschiedliche Züge. Der 25-jährige Titelverteidiger, den sie "Mozart des Schachs" nennen, zieht als herzeigbarer Poster-Boy mit hohem Lässigkeitsfaktor Sponsoren, Prominente und Facebook-Freunde an. Karjakin, am 12. Jänner 1990 in Simferopol auf der Halbinsel Krim geboren, gilt hingegen als schüchtern und vergleichsweise blass.

Im Alter von zwölf Jahren und sieben Monaten wurde er mit dem Großmeistertitel geadelt – ein Rekord. Doch dann zog der Norweger, Nr. 1 der Weltrangliste, seinem Kontrahenten davon, der nur an neunter Stelle liegt. In der Elo-Wertung, die über die Spielstärke Auskunft gibt, bringt es Karjakin auf 2772 Punkte – um 81 weniger als Carlsen. Bei Erfahrungen abseits von König, Dame & Co. hat der 26-Jährige die Nase vorne: Mit 19 Jahren schloss er zum ersten Mal den Bund der Ehe, mittlerweile hat er zum zweiten Mal geheiratet und ist Vater eines einjährigen Buben.

Vor sieben Jahren wechselte der gebürtige Ukrainer überraschend die Staatsbürgerschaft. Der Putin-Sympathisant begrüßte die Annexion der Krim und startet nun für den russischen Verband. Für diesen soll Karjakin die Schmach ausmerzen, dass man seit Wladimir Kramniks Titelverlust im Jahr 2008 keinen Weltmeister mehr stellt.

Karjakin geht als Außenseiter in das Duell. Allerdings konnte er 2012 in der erstmals ausgetragenen Weltmeisterschaft im Schnellschach den Norweger besiegen. Vielleicht rührt daher die kecke Botschaft an Carlsen: "Wenn Magnus gegen mich gewinnen will, muss er das beste Schach seines Lebens spielen."

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Artikel Bernhard Lichtenberger 12. November 2016 - 00:04 Uhr
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