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Seine Tränen berührten alle

Es ist ein Drama in sich im gesamten Trauerspiel des italienischen Fußballs. Gianluigi Buffon (39), eben erst als bester Torhüter der Welt vom Weltverband FIFA ausgezeichnet, muss ausgerechnet am absoluten Tiefpunkt des italienischen Fußballs, der verpassten Qualifikation für die WM 2018 in Russland, altersbedingt seinen Abschied nehmen.

Seine Tränen berührten alle Von Harald Bartl

Italiens Torhüter-Legende Gianluigi Buffon und sein trauriger Abschied. Bild: APA

Er tat dies so, wie es sich für einen der Größten dieses Sports gehört. Er übernahm Verantwortung und stellte sich vorne hin, während die wahren Schuldigen vom Verbandspräsidenten bis zum Teamchef abtauchten, beziehungsweise sich der Verantwortung des sofortigen freiwilligen Rücktritts entzogen, um noch das eine oder andere Monatsgehalt zu kassieren.

Es ist Buffons Persönlichkeit, die ihn in seinem Land zur Legende gemacht hat. 1978 in Carrara (Toskana) als Sohn zweier italienischer Spitzen-Leichtathleten geboren, brachte er es in den vergangenen 16 Jahren auf 490 Spiele für Juventus Turin und 175 Länderspiele. Mit acht Meistertiteln hält er den italienischen Rekord. Die Treue zu Juventus hat ihm allerdings auch um eine echte Chance auf den Gewinn einer Champions League gebracht. Nur wenige Wochen nachdem er seine große Karriere 2006 mit Italiens Weltmeistertitel gekrönt hatte, spielte er mit den Turinern nach dem Zwangsabstieg in die zweite Liga gegen Mannschaften wie Triest oder Perugia. Es wäre für ihn dennoch nie infrage gekommen, seinen Klub zu verlassen.

Auch privat versteckte sich Buffon nicht. Über seine Depressionen sprach der Torhüter ebenso offen, wie über das Scheitern seiner ersten Ehe mit dem tschechischen Model Alena Serenova, mit der er zwei Söhne hat. Seine neue Lebensgefährtin, Ilaria D’Amico, hat in Italien einen ähnlichen Bekanntheitsgrad wie Buffon. Die TV-Journalistin führt nicht nur jeden Sonntag die italienischen Fußballfans als Präsentatorin durch den Fußball-Nachmittag der Serie A, sondern hat auch schon Ex-Premier Silvio Berlusconi bei Polit-Diskussionen schlecht aussehen lassen.

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Artikel Harald Bartl 15. November 2017 - 00:04 Uhr
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