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Ritterschlag für den Spitzenforscher

Ja, das ist ein Ritterschlag für mich", sagt Martin Kaltenbrunner. Der 34-jährige Physiker der Linzer Kepler-Uni forscht an formbaren Flüssigkeiten – und hat dafür bald 1,5 Millionen Euro mehr zur Verfügung.

Ritterschlag für Spitzenforscher Von Martin Roithner

Martin Kaltenbrunner erhält 1,5 Millionen Euro, um an formbaren Flüssigkeiten zu forschen. Bild: Schwarzl

Denn Kaltenbrunner erhält vom Europäischen Forschungsrat ein Stipendium für die nächsten fünf Jahre (Mehr darüber lesen Sie hier!). Seit 2007 unterstützt der von der EU-Kommission gegründete Rat Spitzenforscher, die an "potenziell bahnbrechenden Projekten arbeiten", wie es heißt. Nur wenigen Forschern wird die Ehre dieses Stipendiums zuteil. Von mehreren Tausend Bewerbern schaffen es jedes Jahr gerade einmal wenige Hunderte in die engere Auswahl.

Kaltenbrunner ist das gelungen. Thema seines Projekts ist die weiche Materie. Darunter versteht man einen Aggregatzustand, der weder richtig fest noch richtig flüssig ist. "Im Prinzip ist jeder Mensch eine weiche Materie", sagt der Physiker. Typisch für diese ist ihre Zusammensetzung aus großen Molekülen (Polymeren). Kaltenbrunner und seinen sechs Projektmitarbeitern geht es darum, Menschen und Maschinen zu verbinden und ein neues System zu schaffen, "das die Grenzen zwischen physischen, digitalen und biologischen Welten verwischt." Das könne etwa eine künstliche Haut sein, die man auf Brandwunden legt, um Schmerzen zu lindern.

Obwohl er erst 34 Jahre alt ist, ist Kaltenbrunner in der Szene kein Unbekannter. 2012 schloss er das Doktorstudium an der JKU ab, später ging er als Postdoktorand nach Tokio. 2014 kehrte er nach Linz zurück, im Vorjahr habilitierte er sich. An der Kepler-Uni leitet er das Labor für weiche Elektronik. Forscherkollegen halten große Stücke auf ihn. JKU-Rektor Meinhard Lukas bezeichnet Kaltenbrunner als "Magier der weichen Materie". Seinen Lebensmittelpunkt hat der Physiker – er stammt aus Grünau im Almtal – in Linz. Er ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Inspirieren lässt sich Kaltenbrunner von der Natur – auch für die Arbeit. In den nächsten fünf Jahren sollen seine Forschungen Früchte tragen.

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Artikel Martin Roithner 01. September 2017 - 00:04 Uhr
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