04. August 2016 - 00:04 Uhr · · Menschen

Peter Simonischek: Der Theater-Hüne

Der Theater-Hüne Von Peter Grubmüller

Bis 21. August spielt Peter Simonischek in Shakespeares "Der Sturm" den Prospero. Bild: APA/BARBARA GINDL

Wenn er nicht auf der Bühne steht, baumelt fast immer dieses Holzkreuz um seinen Hals.

 Seit gut 50 Jahren. Wer Peter Simonischek je begegnet ist, würde ihm nie Spiritualität unterstellen. Der am längsten dienende Salzburger Jedermann (2002–2009), der seit Dienstag als Prospero in Shakespeares "Der Sturm" auf der Perner Insel in Hallein zu sehen, hat dieses Kreuz von einer Jugendfreundin bekommen. Die Frau war während einer Griechenland-Reise gravierend erkrankt, als eine alte Frau zu ihr ins Zimmer kam und dieses Kreuz am Kopfende ihres Bettes befestigte. Tage später war die fiebrige Frau wieder gesund. Nach ihrer Rückkehr schenkte sie das Kreuz Peter Simonischek – mit den Worten: "Es soll von nun an dich beschützen." Am Samstag wird Simonischek 70 – "und ich fühle mich pumperlg’sund".

Simonischek wurde 1946 als Sohn eines Zahnarztes und einer Hausfrau in Graz geboren. Er wuchs in Hartmannsdorf auf, besuchte das Stiftsgymnasium in St. Paul im Lavanttal und schon dort drängelte er beim Schultheater an die Rampe. Der Vater wollte einen Mediziner als Sohn, trotzdem studierte Simonischek Architektur. Heimlich meldete er sich an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz an, seine ersten Engagements brachten ihn nach St. Gallen, Bern und Düsseldorf. Von 1979 bis 1999 gehörte er der Berliner Schaubühne an. Seit 1999 ist er Ensemble-Mitglied des Burgtheaters.

Bei den Salzburger Festspielen spielt der 1,90-Meter-Hüne seit 1982 Hauptrollen. Im gleichen Jahr kam sein Sohn Max zur Welt, ebenfalls Schauspieler, der aus Simonischeks erster Ehe mit Charlotte Schwab stammt. Mit seiner Frau Brigitte Karner (seit 1989 verheiratet) hat er zwei weitere Söhne.

Aus seinen Filmen stach zuletzt seine Hauptrolle in dem gefeierten "Toni Erdmann" heraus. Simonischek: "Ich glaube sogar, das ist der erste Film, hinter dem ich zu 100 Prozent stehe." Auf seinen Prospero in Salzburg kann Simonischek auch stolz sein.

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/menschen/Peter-Simonischek-Der-Theater-Huene;art111731,2307971
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