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Magnus Carlsen: Der Mozart des Schachspiels

Drei Wochen lang hatte in New York das nervenaufreibende Ringen um den Titel des Schach-Weltmeisters gedauert.

Der Mozart des Schachspiels Von Roland Vielhaber

Beschenkte sich selbst an seinem 26. Geburtstag: Carlsen bleibt Schach-Weltmeister. Bild: APA/AFP/EDUARDO MUNOZ ALVAREZ

War der Herausforderer, der Russe Sergej Karjakin zwischenzeitlich sogar in Führung gegangen, um am Ende doch zu verlieren. Der norwegische Titelverteidiger Magnus Carlsen hatte im 50. Zug der letzten Stichkampf-Partie mit einem spektakulären Damenopfer das Matt im nächsten Zug erzwungen – und 3:1 gesiegt. Ein perfektes Geschenk zu seinem 26. Geburtstag.

Carlsen hatte damit einmal mehr den Beweis erbracht, dass er der beste Schachspieler der Welt ist. Als "Mozart des Schachs" war Carlsen in einer vor der WM veröffentlichten Dokumentation eines norwegischen Regisseurs bezeichnet worden. Als introvertierter Bub wird er gezeigt. Als einer, der verträumt in der Wiese liegt. Und der unbestritten ein Schachwunderkind war.

Bereits im Alter von 13 Jahren wurde er Großmeister. So früh wie kein anderer der Welt übernahm Carlsen dann im Mai des Jahres 2011 die Spitzenposition der Weltrangliste. Seine ELO-Zahl, ein Messwert, der die Spielstärke bewertet, lag im Mai 2014 bei 2882 Punkten. Es war der höchste Wert, der je ermittelt wurde. Vor dem WM-Kampf gegen Karjakin hatte er zwei Mal um den Titel gespielt und dabei jeweils gegen den früheren, aus Indien stammenden Weltmeister Viswanathan Anand gewonnen.

Der nunmehrige Sieg in New York sollte den Marktwert des Norwegers noch einmal steigern. Dort liefen während der WM bestbezahlte Werbespots mit einer Nobel-Automarke, dazu war er vorher Gast in vielen Talk-Shows. An der Harvard-Universität spielte er blind gegen zehn Gegner gleichzeitig. Humor hat er auch. So schrieb er in seiner Heimat Norwegen an einem Donald-Duck-Heft mit. Uneinig sind sich Experten trotzdem, ob das Bild vom "Mozart des Schachs" nicht doch schief sein könnte, zu viel probiert Carlsen auf dem Brett aus – um am Ende doch alle matt zu setzen.

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Artikel 02. Dezember 2016 - 00:04 Uhr
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