Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Montag, 24. Juli 2017, 20:36 Uhr

Linz: 16°C Ort wählen »
 
Montag, 24. Juli 2017, 20:36 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Meinung  > Menschen

Kapitänin auf Erfolgskurs

Wird Viktoria Schnaderbeck rechtzeitig fit? Für die Kapitänin der österreichischen Frauen-Fußball-Nationalmannschaft war der Countdown zum heutigen ersten EM-Endrunden-Spiel gegen die Schweiz ein Wettlauf gegen die Zeit.

Viktoria Schnaderbeck

Viktoria Schnaderbeck führte das ÖFB-Team erstmals zur EM-Endrunde. Bild: Gepa

Wieder einmal zwickt das Knie. In ihrer jungen Karriere musste sich die 26-Jährige schon nach fünf Knieoperationen zurückkämpfen, zwei Mal riss das Kreuzband. "Ich habe nie aufgegeben und den Glauben an mich verloren", erzählt Schnaderbeck. Neben ihren Stärken in der Defensive und als Leaderin des Teams schreibt ihr Teamchef Dominik Thalhammer Zielstrebigkeit als größte Qualität zu. "Profifußballerin" gab sie einst schon im ORF-Kinderprogramm als Berufsziel an. Kein Wunder in der fußballaffinen Familie: Cousin Sebastian Prödl ist Herren-Teamspieler, Cousin David Kicker steht bei Erste-Liga-Klub Kapfenberg unter Vertrag, Bruder David spielte bei Sturm Graz.

In ihrem Heimatort Kirchberg an der Raab begann sie ihre eigene Karriere, mit zwölf Jahren wurde sie als einziges Mädchen ins Landesausbildungszentrum Weiz aufgenommen, mit 14 in die GAK-Akademie. Mit 15 wechselte sie zu LUV Graz in die ÖFB-Frauenliga. Den nächsten Karriereschritt nahm sie zufällig: Eigentlich wollte sie nur bei einem Training von Bayern München zuschauen – dort, wo damals ihr Vorbild, die Antiesenhofenerin Nina Aigner, spielte. Schnaderbeck durfte sogar mitmachen – nach der zweiten Einheit war sie im Kader der Bayern-U17 und übersiedelte gemeinsam mit Schulfreundin und ÖFB-Teamkollegin Carina Wenninger nach München. Inzwischen feierte sie zwei deutsche Meistertitel, schloss die Schule mit Abitur ab und studiert Sportmanagement.

Für das Ziel, heute bereit zu sein, ließ Schnaderbeck den Staatsempfang bei der Verabschiedung des ÖFB-Teams aus. Sie pflegte lieber in Deutschland ihr linkes Knie. Ganz nach ihrem Motto: "Gib jeden Tag dein Bestes, aber dein bester Tag kommt erst."

Kommentare anzeigen »
Artikel Günther Mayrhofer 18. Juli 2017 - 00:04 Uhr
Weitere Themen

Jaroslaw Kaczynski: Polens graue Eminenz

Er ist weder Präsident und auch nicht mehr Regierungschef, sondern nur noch ein einfacher Abgeordneter.

Pavao Pervan: In guten wie in schlechten Zeiten

Vor sieben Jahren unterschrieb Pavao Pervan beim LASK.

Es Devlin: Bregenzer Bühnen-Magierin

Die beiden Hände, die 21 und 18 Meter hoch aus dem Bodensee ragen, sind die riesigen Nachbauten der recht ...

McDreamy im Ennstal

Es würde mir leichtfallen, die Schauspielerei einfach aufzugeben und mich nur auf das Rennfahren zu ...

Verena Konrad: Die Architekturvermittlerin

Architektur als soziales Phänomen, als Reflexionsmoment gesellschaftlicher Entwicklungen – das will Verena ...
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!