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Hassan Rohani: Das liberale Gesicht des Iran

Dass er ein Mann des Volkes ist, zeigt Hassan Rohani auch bei den momentanen Unruhen im Iran.

Das liberale Gesicht des Iran Von Heidi Riepl

Staatspräsident Rohani ist ein Mann des Volkes, Irans Hardliner bremsen ihn aber aus. Bild: APA/AFP/IRANIAN PRESIDENCY/HO

"Die Proteste sollten nicht als Gefahr, sondern als Chance gesehen werden", sagte der iranische Staatspräsident in einer ersten Stellungnahme. Der 68-Jährige ging auf die Demonstranten zu und verteidigte ihre "legitimen Rechte auf Protest und Meinungsfreiheit".

Rohani ist das liberale Gesicht des Iran. Zweimal schon wurde der schiitische und weltliche Rechtsgelehrte mit absoluter Mehrheit vom iranischen Volk in direkter Wahl zum Präsidenten gewählt. "Scheich der Hoffnung" wird er von seinen Anhängern liebevoll genannt. Und in der Tat: Der Kleriker, der die letzten Jahre der iranischen Monarchie im Exil in Europa verbrachte, hat das schlechte Image des Gottesstaates verbessert. Er hat den Atomstreit mit dem Westen beendet und wesentlich dazu beigetragen, dass sein Land in den letzten Jahren moderner und offener geworden ist.

Doch so moderat und liberal Rohani auch sein mag: Er hat es schwer, seine Politik durchzusetzen. Denn es fehlt ihm die Unterstützung des mächtigen erzkonservativen Klerus und der diesem nahestehenden Revolutionsgarden. Rohanis Widersacher wollen zurück zu den Wurzeln der Islamischen Revolution von 1979, als der prowestliche autoritäre Schah gestürzt wurde. Deshalb bremsen sie den liberalen Präsidenten immer wieder aus.

Mittlerweile sind es viele Versprechen, die Staatspräsident Rohani nicht einhalten konnte. So etwa die Freilassung aller politischen Gefangenen. Und auch der erhoffte wirtschaftliche Aufschwung lässt trotz Aufhebung des Ölembargos weiter auf sich warten.

Doch gerade die vielen jungen Menschen im Iran verlangen nach deutlichen Zeichen einer Veränderung und gehen dafür auf die Straßen. Niemand weiß, wohin ihre Proteste führen. Auch Rohani nicht, der zumindest öffentlich einräumt, dass "die Regierung nicht alles unter ihrer Kontrolle hat".

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Artikel Heidi Riepl 03. Januar 2018 - 00:04 Uhr
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