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Hansdampf des Internets

Masseur, Programmierer, Mode-Designer, Studienabbrecher, Gründer und Manager – Jack Dorsey gilt als eine der schillerndsten Persönlichkeiten der amerikanischen Tech-Szene.

Hansdampf des Internets Von Ulrike Rubasch

Dorsey steht an der Spitze zweier Unternehmen, die er mitbegründet hat: Twitter und Square Bild: Reuters

Im März 2006 gründete er mit seinen Arbeitskollegen und Freunden Biz Stone und Evan Williams den Kurznachrichtendienst Twitter. Jetzt steht der heute 39-Jährige im Rampenlicht der Börsenakteure: Ein Verkauf des mit rund 14 Milliarden Euro an der Börse bewerteten US-Technologieunternehmens Twitter dürfte kurz bevorstehen. Unter anderem hat Disney ernsthafte Absichten. Nicht zufällig sitzt Dorsey im Verwaltungsrat des Medienkonzerns.

Schon jetzt wird der in St. Louis aufgewachsene Dorsey vom Forbes-Magazin mit einem Vermögen von 1,2 Milliarden US-Dollar als Superreicher geführt. Seit Ende 2015 steht der gelernte Programmierer wieder an der Spitze des jungen Konzerns. Wieder deswegen, weil sich bald nach der Gründung abzeichnete, dass der vielseitige Dorsey keine ausgeprägten Managementqualitäten hatte. Ein Kolumnist der New York Times schrieb in seinem Buch über die Twitter-Story, Evan Williams hätte Jack vorgeworfen vor, nicht genug zu arbeiten und sich zu viel seinen Hobbys zu widmen: "Du kannst entweder Schneider sein oder Twitter-Chef." Irgendwann lagen die beiden wirklich über Kreuz. Williams schob seinen einstigen Freund Jack Dorsey mithilfe zweier Investoren auf den bedeutungslosen Posten als stiller und somit machtloser Verwaltungsratschef ab und übernahm selbst das Ruder. Aber nicht für lange.

Denn Twitter fiel an der Börse ob einbrechenden Wachstums und nie erzielter Gewinne in Ungnade. Also wurde kurzerhand der geschasste Erst-Chef Dorsey wieder aktiviert. Dem "Hansdampf in allen Gassen" wird jetzt zugetraut, das Ruder herumzureißen, denn er hat schließlich den mobilen Bezahldienst Square mitbegründet und groß gemacht. Dieser ist an der Börse mehrere Milliarden Dollar wert.

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Artikel Ulrike Rubasch 28. September 2016 - 00:04 Uhr
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