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Andrea Maria Nahles: Die SPD ist ihre Familie

Nach ihrer Kür durch die SPD-Spitze ist Andrea Nahles fast die Stimme weggeblieben.

Die SPD ist ihre Familie Von Clemens Schuhmann

Das 47 Jahre alte Partei-Urgestein soll am Parteitag am 22. April die SPD übernehmen. Bild: Reuters

Heiser sprach die künftige SPD-Chefin am Dienstagabend in die Mikrophone. Das ist unüblich für die 47-Jährige, die bereits seit Jahrzehnten oben in der Partei mitmischt – und die genauso lang für ihre mitunter heftige Wortwahl bekannt und gefürchtet ist. Den Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag nannte sie jüngst "den blöden Dobrindt". Und auf die Frage, wie es ihr nach der letzten Kabinettssitzung mit den Kollegen von CDU und CSU gehe, antwortete Nahles im September 2017: "Ein bisschen wehmütig – und ab morgen kriegen sie in die Fresse!"

Nahles, die seit einem Autounfall ein Hüftleiden und eine auffällige Narbe auf der Stirn hat, hat eine große Klappe, es steckt aber auch einiges dahinter. Die Mutter einer kleinen Tochter ist das letzte politische Talent, das die SPD noch hat, daher soll sie ab dem Parteitag (22. April) den Karren aus dem Dreck ziehen, sie ist die erste Frau in diesem Amt.

Das Zeug dazu hat sie: Sie trat als Jugendliche in die SPD ein. Damals gründete sie einen SPD-Ortsverein in ihrem Heimatort Weiler in der Eifel. Sie wurde Juso-Chefin und mit 28 Jahren Abgeordnete zum Bundestag. Nahles kennt die SPD in- und auswendig – und sie ist bestens vernetzt. Sie war zudem bereits Generalsekretärin und hat Regierungserfahrung als Arbeits- und Sozialministerin.

Außerdem kann die studierte Germanistin und Politologin einen Parteitag herumreißen, das hat sie zuletzt bei der außertourlichen Parteiversammlung Ende Jänner in Bonn bewiesen. Mit ihrem emotionalen, lauten, energischen und mitreißenden Auftritt hat sie entscheidend dazu beigetragen, dass sich die Delegierten letztlich für Koalitionsverhandlungen mit den Unionsparteien CDU und CSU ausgesprochen haben.

In der Maturazeitung hat Nahles seinerzeit als Berufswunsch Bundeskanzlerin angegeben – bis dahin ist es allerdings noch ein sehr weiter und steiniger Weg.

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Artikel Clemens Schuhmann 15. Februar 2018 - 00:04 Uhr
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