15. September 2016 - 00:04 Uhr · Harald Bartl · Menschen

Aleksander Ceferin: Der unbekannte UEFA-Präsident

FBL-FIFA-UEFA-ELECTION

UEFA's newly elected President, Slovenian Aleksander Ceferin speaks during a press conferense during the 12th Extraordinary UEFA congress and President election in Lagonisi, some 40 kilometers south of Athens on September 14, 2016. Disgraced football leader Michel Platini said on September 14 in a farewell speech to UEFA that he felt no guilt over a $2 million payment from FIFA that has seen him suspended for four years. / AFP PHOTO / ARIS MESSINIS Bild: ARIS MESSINIS (APA/AFP/ARIS MESSINIS)

Vor wenigen Wochen hat ihn noch fast niemand gekannt, jetzt ist er der mächtigste Mann im europäischen Fußball.

Der 48-jährige Aleksander Ceferin wurde gestern mit 42 von 55 abgegebenen Stimmen zum neuen Präsidenten des europäischen Fußball-Verbands UEFA gewählt. Er folgt damit Michel Platini nach, der vor einem Jahr über eine 1,8-Millionen-Euro-Zahlung des früheren FIFA-Präsidenten Joseph Blatter gestolpert war.
Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Der junge, dynamische Rechtsanwalt aus Laibach soll dem alteingesessenen und korrupten Verband ein neues Gesicht verleihen. Kein Wunder, dass ihm rasch vorgeworfen wurde, nur als Marionette die Interessen der mächtigen Fußball-Staaten zu vertreten.

Ceferin selbst hat schon bald nach Ende des Jus-Studiums seine eigene Kanzlei eröffnet, in der mittlerweile 40 Rechtsanwälte arbeiten. 2011 wurde er zum slowenischen Verbandspräsidenten gewählt. Parallel dazu begann er zeitgleich bei der UEFA als Vorsitzender der Kommission für Rechtsfragen. Bereits damals arbeitete er eng mit Gianni Infantino zusammen, der mitlerweile vom Generalsekretär der UEFA zum Präsidenten des Fußball-Weltverbands FIFA aufgestiegen ist – und als großer Befürworter Ceferins gilt. Dass er Kämpferqualitäten besitzt, hat Ceferin bereits bewiesen. Er besitzt den Schwarzen Gürtel und hat sowohl mit dem Auto, als auch mit dem Motorrad bereits die Sahara durchquert.

Zumindest während seiner Kandidatur hat sich Ceferin (verheiratet, drei Kinder) als Kämpfer für die kleinen Verbände positioniert. Eine „Super League“, die ausschließlich die ganz großen Teams beinhaltet, lehnt er ab. Vor allem aber will er beweisen, dass er tatsächlich so unabhängig ist, wie er es während seines – nach eigenen Angaben aus der eigenen Tasche bezahlten – Wahlkampfs bei den Reisen in zahlreiche UEFA-Mitgliedsstaaten versprochen hat. Die nächsten Jahre werden es zeigen.
 

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/menschen/Aleksander-Ceferin-Der-unbekannte-UEFA-Praesident;art111731,2346687
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