Die Missbrauchsfälle, die jetzt in der Kirche bekanntgeworden sind, haben viele sehr betroffen gemacht und gehören auf das Schärfste verurteilt. Trotzdem möchte ich einige Überlegungen in diesem Zusammenhang anstellen. Manche oder sogar viele Eltern haben in den 60er und 70er Jahren bewusst ihre Sprösslinge in ein katholisches Internat gegeben, weil ja bekannt war, dass dort die Erziehungsmethoden etwas straffer geführt werden und das war durchaus in ihrem Sinne. Dass diese Methoden dann weit übertrieben wurden, ist aus heutiger Sicht auf das Schärfste zu verurteilen. Zur damaligen Zeit gehörte dies aber fast zur „Standardmethode“.
Zu den sexuellen Übergriffen möchte ich etwas mehr in die Tiefe gehen als dies in den Berichten geschieht. Man weiß ja nicht, was diese Personen in ihrer Kindheit oder Jugend vielleicht erlebt oder was ihnen widerfahren ist. In diesem Zusammenhang ist aber auch die Kirche als Institution hinsichtlich ihrer Sexmoral, Leibfeindlichkeit und auch den Pflichtzölibat in die Pflicht zu nehmen. Ich verwahre mich aber dagegen, dass die Priester oder Patres insgesamt von den Medien oder im Fernsehen pauschal in dieser traurigen und schweren Zeit der Kirche verurteilt werden.
Es ist mir ein besonders Anliegen, den vielen Priestern und Ordensleuten ein aufrichtiges Danke auszusprechen, die ihren Dienst vorbildlich zum Wohle der Menschen ausführen und ich möchte ihnen zurufen „Verliert nicht den Mut“.
Max Köpl, Vöcklamarkt
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