Es prangt ein großes Transparent mit Werbung für eine Veranstaltung in meinem Wohnort und kürzlich bekam ich diese auch zugestellt: Eine der Ortsparteien lädt zu einem Oktoberfest – und: „100 Liter Freibier ab 18.00h !!!!“ In der Aussendung steht dann noch: „Bieranstich durch Landesrat ...“
Derartige Veranstaltungen gibt es vielerorts und von unterschiedlichen Organisationen – daher ist es mir eine Pflicht, dazu Stellung zu nehmen!
Feste sind was Schönes, sie bringen Menschen zusammen. Alkohol ist aber leider nur sehr eingeschränkt eine Bereicherung für Feste. Und wir kennen alle die Mühen, die sich viele machen, um beim Thema Alkohol einen verantwortungsvollen Umgang, gerade für Jugendliche, zu unterstützen.
Daher werfen für mich derartige Veranstaltungen und Werbungen ganz viele Fragen auf: Sind alle abgestumpft oder blind und die erschreckenden Statistiken über Unfälle, bei denen Alkohol im Spiel war, sind nicht ernst zu nehmen? Haben die Schlagzeilen, die davon berichten, dass immer öfter Kinder und Jugendliche mit schwersten gesundheitlichen Problemen auf Grund von Alkoholkonsum in Spitäler eingeliefert werden, keine Auswirkungen auf das Verhalten von Entscheidungsträgern? Ist es denn wirklich egal, dass nach wie vor viele Leben, Beziehungen und Familien zerrüttet werden durch das Problem Alkohol? Unmengen an Geld und Energie wird investiert, um in Schulen und Programmen für Jugendliche die Regel aufzubrechen: Feiern sei nur mit Alkohol, und das in unbegrenzten Mengen, möglich.
Und dann kommt ein Wahlkampf und es rücken ausschließlich kurzsichtige Argumente in den Vordergrund und unverantwortliche Aktionen werden gesetzt! Schade für unsere Jugendlichen und damit für unsere Gesellschaft!
Gabriele Küng, Die Grünen, Hagenberg
Die Bewerbung diverser Wahl-Events mit massenhaftem Billigalkohol geschieht aus einem reinen Egoismus der Veranstalter heraus. Man ködert junge Menschen bewusst mit kostenlosem Alkohol, weil man durchaus weiß, dass Jugendliche auf diesen Zug gerne aufspringen - genau dies will man sich im Wahlkampf zunutze machen. Wohl wissend, dass unsere Jugendlichen ohnehin ein problematisches Trinkverhalten aufweisen, bietet man ihnen massenhaft Gratisbier an und fördert somit nicht nur den Alkoholmissbrauch, sondern treibt sie auch noch ganz unverfroren in die Sucht.
Parteien, die mit solch widerlichen Mitteln Wahlwerbung betreiben, kümmern sich nicht im geringsten um die Gesundheit der jungen Menschen. Diese sind ihnen nur Mittel zum Zweck; durch den Aufruf zu kollektiven Besäufnissen macht man sich sein Stimmvieh gefügig, damit es am Wahltag das Kreuzerl an der richtigen Stelle macht. Leider fehlt es an Menschen, die diese unhaltbaren Zustände ansprechen und somit Bewusstsein schaffen.
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