Am 26. Juni fuhr ich nach der Arbeit gegen 15 Uhr mit der Linie 41/43 vom Hessenplatz nach Hause. Auf mein Buch konzentriert ignorierte ich zunächst den intensiven Blick und das abschätzige Gemurmel einer etwa 50-jährigen, brünett gefärbten Frau, die mir gegenüber Platz nahm. Plötzlich forderte sie mich auf, meine (Einkaufs-)Tasche auf den Boden zu stellen mit den Worten: „Stellen s‘ ihr Zeug doch am Boden, weil die Sitzplätze im Bus braucht‘s ihr Neger uns ned a no wegnehmen.“
Dies war der Beginn einer eine Viertelstunde andauernden Hasstirade, während der ich mir vorwerfen lassen musste, dass sie für mich und „Meinesgleichen“ Steuern zahlen müsste, ich im horizontalen Gewerbe tätig sei, ich eine dumme Idiotin sei, die aufpassen sollte, dass sie nicht „eine in die Goschn“ bekommt usw.
Nicht nur die Tatsache, dass ich neben meinen Wurzeln in Kamerun als österreichische Staatsbürgerin seit Jahren als Ärztin tätig bin und mich weder aus rational noch aus emotional begründbaren Motiven aufgrund meiner dunklen Hautfarbe auf derart niveaulose Weise beschimpfen lassen muss, verletzt mich und stimmt mich traurig. Sondern auch ein gut besetzter Bus, in dem nicht einer meiner Mitmenschen es wert gefunden hat, mich im Versuch, den Fahrgast in die Schranken zu weisen, zu unterstützen.
Privat und beruflich bin ich es gewohnt, anderen zu helfen. Die oben beschriebene Situation ist kein Einzelfall und dies tut mir in der Seele weh. Ich verfasse dieses Schreiben, damit im Falle einer Veröffentlichung die anderen Fahrgäste ihr (Nicht-) Handeln überdenken.
Dr. Marie Simonet, Linz
mir kommt das eben gegessene hoch, wenn ich lese, wie hier drüber diskutiert wird, ob man/frau die tasche auf den sitzplatrz abstellt. das ist hier nicht das thema und es geht aus dem leserbrief auch nicht hervor, warum die tasche auf dem sitzplatz stand. vielleicht waren ja genügend andere frei. ebenso denke ich, dass frau s. sicherlich den platz im fall des falles frei gemacht hätte.
stünde hier wieder etwas vom bösen drogendealenden nigerianer, stünden hier auch schon 100 rechtslastige postings/kommentar.
ich verurteile diesen vorfall. mensche die so handeln sollten ebenso abgeschoben, wie all die "bösen" asylanten von denen dies immer gefordert wird.
diese brünette frau, um die 50 jahre, ist wahrscheinlich geistig unterbelichtet - sie ist, weil eben auch oesterreicherin nicht abschiebbar sondern gehörte auf den sogenannten "zitronenhügel" - wenn dies nicht geschieht, muss man eben ihre anpöbelungen und hasstiraden ertragen!
so einfach ist das - und nicht mehr!!
abgesehen von den hasstiraden, die natürlich verwerflich sind:
was hat wirklich eine tasche auf einem sitz zu suchen, wenn dieser benötigt wird ?
das würd mir auch sauer aufstossen, zwar etwas niveauvoller, aber dennoch...
Kein Schaffner in Sicht