05. Oktober 2017 - 22:49 Uhr · · Leserbriefe

Schwieriges „Brückenbauen“

Betreff: „700.000 Euro für den neuen Hessenpark“ (OÖN vom 4. Oktober)

Auch im öffentlichen Raum tut man sich in Linz halt schwer mit dem „Brückenbauen“.

Ich denke, dass Vizebürgermeister Bernhard Bayer unrecht hat, wenn er meint, dass – egal wie man den Hessenpark gestaltet – wieder Obdachlose, Suchtkranke und Kleindealer die Parkbänke in Beschlag nehmen werden.

Es hat sich auch im Volksgarten gezeigt, dass der bei Obdachlosen beliebte Treffpunkt beim Schachbrett hinter der früheren Schärdinger Milchhalle mit dem öffentlichen WC, nach der Umgestaltung weniger besucht wurde.

Der Vorschlag mit Videoüberwachung, nächtlicher Sperre, bis hin zur Einzäunung ist teuer, gibt aber dem Hessenpark kein neues Gesicht und schafft keine neue Nutzung. Ziel soll es ja sein, dass breite Bevölkerungsschichten den Park nutzen sollen und nicht nur wenige Gruppen. Statt einem „Zaun“ würde ich das gleiche Geld für eine „Burg“ in Form eines großen Spielplatzes ausgeben, der auch ansprechend für Familien ist. Wenn das umgesetzt würde, wird sich die Nutzerstruktur schnell ändern und andere Gruppen werden sich von selbst aus dem Park zurückziehen.

Wichtig ist aber, dass ärmere Bevölkerungsschichten die traditionell wenig Wohnraum haben und daher stärker die Parks nutzen, nicht vertrieben werden, sondern sich mehr verteilen. Wir müssen halt lernen, Brücken zu schlagen, sonst kommt es wieder zur Konzentration sozialer Problemlagen an anderen Orten.

Heinz Zauner, Geschäftsführer des Vereins Arge für Obdachlose, Linz

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/leserbriefe/Schwieriges-Brueckenbauen;art11086,2698858
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