28. September 2017 - 20:25 Uhr · · Leserbriefe

Mit Getreide spekulieren, um zu Geld zu kommen?

Im Artikel „Oberösterreichs Bauern verdienen wieder mehr“ ist einmal mehr von „Förderungen“ als Beitrag zu den Einkünften die Rede:

Es handelt sich um Ausgleichszahlungen dafür, dass die hiesigen Bauern nicht zu Weltmarktbedingungen und zudem ohne Umweltauflagen produzieren können.

Weiters erhielt man vor 25 Jahren für Mahlroggen ca. 3,40 öS (25 ct); heute sind es ca. 17 ct. Die Preise waren nach dem sog. Report-System Monat für Monat vorhersehbar. Heute kann man den – ohnehin niedrigen – Preis an der Terminbörse (mit Sicherheitsabschlag) absichern lassen, was aber Mindestmengen erfordert, die viele österreichische Bauern bei weitem nicht ernten.

Als kleiner Produzent im Sauwald empfinde ich für dieses Verfahren eine moralische Komponente, und sie dürfte für viele Berufskollegen gelten: Für durch ehrliche Arbeit produziertes Getreide komme ich nur zu (dem ohnehin wenigen) Geld, wenn ich mit einem Lebensmittel auch noch spekuliere?

Gebhard Aschenbrenner, Enzenkirchen

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/leserbriefe/Mit-Getreide-spekulieren-um-zu-Geld-zu-kommen;art11086,2692598
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