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Irreführend und verunsichernd

In einem Bericht vom 18. März stand, dass die Einnahme von Schmerzmitteln das Herzstillstandsrisiko um 50 Prozent erhöht und deshalb die Einnahme wohl überlegt sein sollte.

Leider ist diese Aussage sehr irreführend und verunsichert die Bevölkerung sicherlich mehr, als sie hilft. Menschen sterben nun mal an Herzstillständen. Entscheidend dabei ist, wie hoch das Risiko an sich ist, an einem Herzstillstand zu sterben. Das geht aus dem Artikel leider nicht hervor.

Angenommen, es sterben von 100.000 Menschen „normalerweise“ zehn pro Jahr an einem Herzstillstand (die tatsächlichen Zahlen kenne ich leider nicht). Nun beginnen diese 100.000 Menschen alle regelmäßig ein Schmerzmittel einzunehmen, mit der Folge, dass dann 15 Personen pro Jahr, also um fünf Personen mehr, an einem Herzstillstand sterben. Somit hätte sich das Risiko um 50 Prozent erhöht. Klingt tragisch, jedoch tritt ein Herzstillstand trotz dieser 50-prozentigen Risikoerhöhung immer noch nur sehr selten auf.

Man sollte bei solchen Berichten also immer auch das tatsächliche Risiko erwähnen und nicht nur eine irreführende Verhältniszahl. Viele Menschen könnten dadurch verunsichert werden, vielleicht auch mit der Folge, die eigene, oft lebenserleichternde Medikation zu hinterfragen. Zudem besteht die Gefahr, sog. Nocebo-Effekte hervorzurufen, also scheinbar negative Wirkungen von Medikamenten, die dann auch tatsächlich auftreten (können).

Dr. Harald Kindermann, Alberndorf/Riedmark

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Artikel 20. März 2017 - 18:27 Uhr
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