06. Oktober 2017 - 18:36 Uhr · Nicole Keplinger-Sitz · Leserbriefe

Geburtstag mit Folgen

Derzeit findet eine angeregte Diskussion zum Thema „staatlicher Unterhaltsvorschuss“ statt.

So befürworten die politischen Akteure eine Mindesthöhe von ca. 250 Euro je Kind. In dieser Debatte bleibt jedoch eine wichtige Personengruppe unerwähnt, für die diese Neuregelung enorme Vorteile bringen würde: Alleinerzieher mit Kindern mit Behinderung.

Derzeit ist es so, dass die Unterhaltsverpflichtung der Eltern von Kindern mit Behinderung de facto auch über das 18. Lebensjahr hinaus bestehen bleibt. Erhält der betreuende Elternteil hier keinen Unterhalt, sondern lediglich einen staatlichen Unterhaltsvorschuss, dann bedeutet der 18. Geburtstag des Kindes gleichzeitig den Wegfall des Unterhaltsvorschusses.

Die Konsequenzen daraus sind große finanzielle Sorgen für diese Mütter und Väter. Während nun der andere, nicht betreuende Elternteil bei Einkommenslosigkeit außer obligo ist, bleibt dem Alleinerzieher die gesamte finanzielle Verantwortung.

Die Umsetzung eines Unterhaltsvorschusses über das 18. Lebensjahr hinaus würde somit vor allem diesen belasteten Eltern und Kindern helfen, ein Leben ohne ständige Zukunftsängste zu führen.

Mag. Nicole Keplinger-Sitz, per E-Mail

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/leserbriefe/Geburtstag-mit-Folgen;art11086,2699682
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