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Drogenkonsum Realität

Linz hatte vor 2007/2008 keine „offene Szene“ (Hessenpark), sondern eine sogenannte „Wohnzimmerszene“.

Konsum spielte sich im Verborgenen ab. Ein Zustand, der weder für die Polizei, noch für die soziale Arbeit befriedigend war. Suchtkranke Menschen waren schwerer greifbar und dadurch natürlich auch nur beschränkt wahrnehmbar für die Linzer Bevölkerung.

Jetzt sind sie sichtbar. Seit Jahren hält sich der Linzer Hessenpark als Szenetreffpunkt.

Den verantwortlichen Politikern wäre zu empfehlen, sich auf der Suche nach erfolgreichen Präventionsprojekten nicht ausschließlich im erzkonservativen München umzuschauen, sondern ihre Fühler eher in Richtung Frankfurt, Hamburg, Berlin oder Zürich auszustrecken. Dort können sie sich von pragmatischeren und kostengünstigeren Lösungen überzeugen, die zudem langfristig wirkungsvoll sind.

Es kann nicht sein, dass ein junger Mann in einer öffentlichen Toilette an einer Überdosis stirbt und sich die Reaktionen auf die Gefahren beschränken, die scheinbar von suchtkranken Menschen ausgehen (Stichwort: Schandfleck Hessenpark) und schlussendlich in der Forderung nach 80 Polizisten mehr für Linz münden.
Würde man angemessen reagieren, müsste man sich fragen: „Was kann man in Zukunft tun, damit sich das Schicksal dieses jungen Trauners nicht wiederholen muss?“ Folgende Vorschläge aus anderen Städten könnten auch in Linz eine Entspannung der Situation herbeiführen:

  • Ressourcenaufstockung der sozialen Arbeit in vorhandenen suchtspezifischen Einrichtungen;
  • ein mobiler Konsumraum mit medizinischer und sozialarbeiterischer Betreuung (Beispiel Berlin);
  • Wohnraum für Menschen mit intravenösem Konsum – dieser ist Ausschließungsgrund in jeder Linzer
  • Wohneinrichtung (Beispiel Innsbruck);
  • Beschäftigungsprojekte für konsumierende Menschen;
  • flächendeckende Entsorgungsboxen für gebrauchte Spritzen (Beispiel Graz);
  • Verlegung des Spielplatzes vom Hessenpark in den nahe gelegenen City Park.

Karin Moser, per E-Mail

 

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Artikel 19. Mai 2017 - 18:04 Uhr
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