An die 80.000 Menschen haben in den letzten Tagen das Festival Ars Electronica in der Linzer Tabakfabrik besucht. Eine enorm hohe Zahl. Woran liegt dieses große Interesse? Nun, eher an der Fabrik denn am Festival.
Obwohl die Thematik des am Samstag zu Ende gehenden Festivals „repair – sind wir noch zu retten“ natürlich auch den Nerv der Zeit punktgenau trifft. Angesichts von Umweltkatastrophen und Wirtschaftszusammenbrüchen entsteht Verunsicherung. All den Vor- und Nachdenkern und Umsetzern des Festivals ist heuer ein aktuelles und vor allem sehr lebensnahes Fest gelungen: Das Angebot umfasste – neben all den dazugehörenden Kunstinstallationen und theoretischen Überlegungen in den Symposien – eben auch ganz konkrete Versuche, die ein Beitrag sein könnten, unseren Planeten zu „reparieren“.
Da war auch Platz für Mühlviertler Biokäse über Reparaturmethoden von Wollpullovern und hängende Gärten für das Wohnzimmer bis hin zur E-Mobilität. Themen, die uns alle betreffen.
Doch das wirklich große Interesse hat dem Industriebau gegolten, in dem bis voriges Jahr noch 300 Leute gearbeitet haben. Auch die einstmals verstaatlichte, dann privatisierte Tabakfabrik ist Opfer der so genannten Krise geworden.
Wie geht es weiter mit diesen Gebäuden auf dem riesigen Areal? Eine erste öffentliche Diskussion ließ konkrete Überlegungen erahnen. Trotzdem ist noch alles offen.
Nun darf aber keinesfalls provinziell gedacht werden mit einer kleinen Gruppe von Hiesigen, sondern es muss – und da scheint das Wort angebracht – global gedacht werden. Es muss gedanklicher Größenwahn möglich sein dürfen und dann auf Bodenhaftung treffen. Es darf nicht sein, dass Institutionen, die aus den Nähten platzen, Ausweichquartiere in der Fabrik bekommen. Es muss – so wie während des Festivals erlebt – ein urbanes Zentrum entstehen, vielleicht sogar ein neuer, pulsierender Stadtteil von Linz. Die Chancen stehen derzeit gut.
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