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Die Rückkehr der Haberer

Einen Tag nach dem 3:2-Erfolg des Nationalteams gegen Serbien fabrizierte der Österreichische Fußballbund ÖFB einen peinlichen Bauchfleck.

Mit der  Präsentation des neuen Sportdirektors  Peter Schöttel wurde deutlich gemacht, dass der mächtigste Sportverband des Landes wieder in seine alten Verhaltensmuster zurückgefallen ist.

Der ÖFB-Präsident ist endlich wieder steuerbar wie eine Drohne, die zwar oben ist, aber nicht dem eigenen Willen folgt. Die Fernbedienung  ist wieder in die Hauptstadt zurück gekehrt. Anstatt sich den wichtigen Blick über den Tellerrand zu erlauben, werden in der ÖFB-Kantine künftig wieder eigene Süppchen gekocht. Sechs Jahre nach der Verpflichtung des Schweizer Fachmanns Marcel Koller und der damit verbundenen Abschaffung des jovialen Du-Worts bei ÖFB-Presseterminen feiert die Haberer-Partie jetzt ihr Comeback.

Das muss nicht gleichzeitig das Ende einer international beachteten Modernisierung und Professionalisierung des österreichischen Fußballs bedeuten. Aber es ist zumindest der Anfang einer gefährlichen Tendenz zu einer Denkweise, die dem heimischen Fußball mehr schadet als nützt. Wir sind uns selbst wieder gut genug. Da Peda (Schöttel), da Andi (Herzog) werden`s schon richten. Und wenn nicht, gibt´s wenigstens a Hetz`.

Dass die Nationalmannschaft Qualität hat, wurde am Freitag beim 3:2 gegen Serbien eindrucksvoll bewiesen. Egal, wer die Rolle der sportlichen Leitung einnimmt, sie wird auf internationaler Ebene auch in den nächsten Jahren gut ausschauen. Davon darf man ausgehen. Aber die Führungsriege des ÖFB ist jetzt wieder da, wo sie in früheren Jahren „erfolgreich“ dilletierte: auf dem Niveau der Löwinger-Bühne.

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Artikel Harald Bartl 07. Oktober 2017 - 14:51 Uhr
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