Die Pfarrer-Initiative versteht es, im Gespräch zu bleiben. Gut so. Es gibt viel zu tun in der katholischen Kirche. Während die Männer aber in den Schlagzeilen sind, kehren immer mehr Frauen der Firma Gott&Sohn den Rücken. Andernorts wird die Gleichstellung der Frauen zumindest nicht mehr offensiv verhindert. Nur die katholische Kirchenleitung weist ihnen unverdrossen die Plätze in der zweiten Reihe zu. Dabei ist das Thema Gleichstellung für den Fortbestand der Kirche, zumindest regional, von ebenso großer Bedeutung wie ausreichend Klerikernachwuchs.
Gleichberechtigung ist kein profanes Thema, sie hat etwas mit unserem Glauben zu tun, das sagt ein Großteil der „modernen“ Frauen. Eine neue Studie des Theologen Paul Michael Zulehner zeigt, wie brüchig mittlerweile die Bindung von Frauen an die katholische Kirche wird. Waren 1970 noch 26 Prozent der Frauen „kirchlich“, sind es heute nur noch sechs Prozent. Fast drei Viertel der „modernen“ Frauen, die aus der Kirche ausgetreten sind, führen die Haltung der Kirche zu den Frauen als Grund an.
Besonders kritisch sehen das die unter 30-Jährigen. Lange Zeit war das weibliche Geschlecht die „sichere Bank“ der männergeführten Kirche. Sie wähnte sich durch ein Frauenbild, das religiös legitimiert wurde, in Sicherheit. Es sei Gottes Wille, dass Frauen in erster Linie Mütter sind, ihr Leben ganz auf Kinder, Familie und Mann ausrichten. Frauen, die sich entlang dieser Definition bewegen, durften mit Lob und Ehre rechnen. Ganz anders jene, die sich einem „modernen“ Selbstbild verpflichtet fühlen. Sie sehen sich als Frau zu allererst als Individuum, das Anspruch auf Selbstentfaltung hat. Dazu gehört auch, Mutter zu sein, Familie zu haben, in einer Partnerschaft zu leben. Die Freiheit der Wahl definiert im Selbstverständnis „moderner“ Frauen das Fundament ihrer Würde.
Frauen traditioneller Prägung bilden im innerkirchlichen katholischen Milieu längst die Mehrheit. Sie sind zufrieden, sich sozial oder im Hintergrund zu betätigen. Der Ausschluss von Frauen aus der Leitung der Kirche stört sie nicht. Sie sind zur Stelle, wenn die guten Geister gebraucht werden. Ihre Verdienste sind hoch zu schätzen. Aber man darf nicht übersehen: Viele jüngere Frauen leben anders. Sie sind berufstätig und überlegen sich genau, wo sie ihre verbliebenen Kräfte investieren. In der Freizeit suchen sie ein Milieu, das ihre Form zu leben gutheißt. Immer seltener finden sie es im engen Umfeld der Pfarre. Das hat Folgen. Das pfarrgemeindlich engagierte Milieu wird immer homogener, der Nachschub aus der größer werdenden Gruppe „moderner“ Frauen spärlicher. Noch ist keine Gegenbewegung vonseiten der katholischen Kirche zu erkennen. Dezidierte Angebote für „modern“ lebende und denkende Frauen sind selten, eine Abkehr vom Ausschluss von Frauen von sämtlichen Weiheämtern nicht in Sicht.
Man kann es sich leicht machen, und diesen Frauen einfach mangelnde Gläubigkeit vorwerfen. Man kann es sich aber auch schwerer machen und sie ernst nehmen. Dafür scheinen weder ausreichend Ambition noch Bewusstsein vorhanden. Es gilt, die ungehorsamen Pfarrer zu bändigen. Womöglich eine falsche Priorität?
Dr. Christine Haiden ist Chefredakteurin der Zeitschrift Welt der Frau.
Christine.haiden@welt-der-frau.at
die Süßesten?
Mich würde interessieren, wie viele der heimlichen Gespielinnen überhaupt auf diesen speziellen Kick verzichten wollen?
Wieso sollte frau dem Mann einer anderen Frau (Kirche) plötzlich die Wäsche waschen wollen?
das kann für manche schon stimmen, manche frauen sind sicher stolz, einen mann erobert zu haben, der eigentlich keine frau anschauen dürfte.beruflich sind die ehepriestermänner nicht, weil sie ja gebraucht werden. manche frauen, das weiss ich, leiden auch darunter, dass sie nicht öffentlich als die frau des hr.pfarrer oder dechant auftreten dürfen.ich kenne eine priesterfrau mit kind, die sich im auto die ersten km unter einer decke verstecken mussten, dass kein pfarrmitglied frau und kind erkennt.es gibt natürlich auch pfarrer, die alle paar jahre eine andere haben.- factum, non fictum=tatsache, nicht erfunden.
tuissimus michael
erwähnt fr.dr.haiden nicht. sie müssen sich öffentlich verstecken, die gemeinsamen kinder ebenso. ich kenne nur 3 priester in der diözese , die sich geoutet haben: friedl; der üfarrer von freistadt, als er nicht dechant werden durfte und einen pfarrer in linz süd, der schon öffentlich seit 15 jahren mit seiner familie lebt. ich erzähle nichts neues, die infos stammen von ihnen selbst.die vertreter der loiebe gottes und der stellvertreter gottes auf erden wissen natürlich, dass mindestens 50 % der priester (Zulehner) mit einer frau zusammenleben, sie verachten sie, aber sie brauchen sie.wiedereinmal geht dieses verlogene getue der bi auf kosten der frau. bi kapellari wollte diesen priestern noch eine finanzielle ehesteuer auferlegen, die wirklich wehtut. der alte hagestolz ist da sogar bei seinem kardinal gescheitert und sich lächerlich gemacht.aber er hat wenigstens öffentlich bekannt, dass es viele priesterfrauen gibt.
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