17. Mai 2016 - 00:04 Uhr · · Fischer-Kolumne

Wettstreit der Methoden an der Großen Mühl

Petri Heil!

Andreas Steidl, Guide an der Mühl (but) Bild:

Wohl wissend, dass Wettfischen verboten ist, lud ich zu einer Konkurrenz. Ort: Große Mühl, allgemeine Strecke, Aigen-Schlägl. Kontrahenten: Florian Ruckerbauer, OÖN-Kollege und erfahrener Spinnfischer gegen meine Wenigkeit, Rookie an der Fliegenstange.

Aufgrund meines schlechteren Handicaps wurde mir ein Coach zugestanden. Ich berief Andreas Steidl aus Haslach ins Fliegenteam, der an der Mühl River Guidings in allen Angeltechniken anbietet (www.andis-fishadventure.com).

Wir lösten Tageslizenzen um wohlfeile 22 Euro für das goldbraune Gewässer der Ferienregion Böhmerwald. Von der Früh weg befischten wir die Hotspots des 2,6 km langen Flusses und erlebten so manche Überraschungen. Am Morgen ging mit der Fliege wenig, nur ein paar neugierige Halbwüchsige aus der einheimischen Bachforellenfauna trauten sich kurz Fliege oder Nymphe anzustupsten. Hingegen stürzten sich große wie kleine Bachforellen gierig auf den Wobbler.

Spätmittags dann, auf Höhe des Freibads von Schlägl, Getümmel im Wasser. Forellen und Äschen schnappten offensichtlich nach Insekteneiern. Da hatte der Wobbler ausgefischt, etliche Bachforellen und die einzige Äsche des Tages ließen sich von Trockenfliegen im Mosquitokleid verführen: schön gezeichnete, bräunliche Forellen, die wohl in der Mühl aufgewachsen waren, keine Besatzfische. Andi Steidl zeigte hohe Kunst und bestes Gespür an der Fliegenstange und zog mit Florian gleich. Selbst mir gelangen zwei Anlandungen, wenngleich von untermaßigen.

Am späten Nachmittag biss doch noch eine Portionsforelle (35 cm), und das Abendessen für die Holde war gerettet. Erstaunlicherweise ging die Bachforelle auf eine kleine rosa Nymphe (Bachflohkrebsimitat). Diesen Tipp hatte ich mir tags zuvor von Christian Weber ("Websta") in Marchtrenk geholt. Einen erlaube ich mir abzugeben: Versuche mit Imitaten von Bachneunaugen sollte man wagen.

Wer unser Vergleichsfischen gewonnen hat? Nicht wichtig. Der Tag in der Natur zählt. Okay, ich geb’s zu, der Florian; aber knapp.

k.buttinger@nachrichten.at

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/fischer-kolumne/Wettstreit-der-Methoden-an-der-Grossen-Muehl;art173810,2233786
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