09. Juni 2015 - 00:04 Uhr · Klaus Buttinger · Fischer-Kolumne

Von Bären, Fröschen, Haubentauchern und zwei unvorsichtigen Saiblingen

Petri Heil!

Präsident Peter Jilka Bild:

Wie er daliegt, der Almsee, am Fuße des Toten Gebirges, eingebettet in eine Naturlandschaft, die einem das Herz weich macht ... Wunderschön!

Heute bin ich mit Franz Lugmayr und Peter Jilka unterwegs, beide Urgesteine des OÖ. Fischereivereins, letzterer dessen Präsident. Beim Bootshaus am Nordende treffen wir Johann Kofler, den Almseebeauftragten des Vereins. Er ging in die Annalen des vor 150 Jahren gegründeten und damit ältesten Fischervereins Oberösterreichs ein, als er 1993 eigenhändig einen allzu neugierigen Bären vom Bootshaus vertrieb – mit einer Schneestange, so lautet die Überlieferung. Herr Kofler zeigt auf ein Schild, wonach das "Fröschln" am Almsee verboten sei. "Es ist zwar zehn Jahre her, dass man hier Leute beim Fröschln betreten hat", erzählt er von einer ausgestorbenen Art des Wildtierfangs, "aber kistenweise haben diese Leute Frösche aufgesammelt in den Wiesen entlang des Sees." Heute überfahren die Autos auf dem Weg zum Seehaus im Frühjahr mehr Amphibien als in alten Tagen gefröschlt wurden.

Mit dem Elektroboot brummen wir hinaus und versuchen bei allerfeinstem Frühlingswetter Saiblinge oder Bachforellen mit Nymphen zu locken. Allein den Räubern geht es zu gut. Der See ist voller Kleinfische: Pfrillen, Koppen und Schmerlen nähren sie wohl zu sehr, die Beißlust ist gering. Deshalb hätte wohl auch die Äsche noch gut Platz im Salmonidenpark. "Derzeit suchen wir genetisch geeignetes Eimaterial", sagt Vereinspräsident Jilka. Das soll mit Hilfe von Brutboxen (Artifical Nests) eingebracht werden. Dazu bedürfe es auch der Durchgängigkeit des Almflusses und des Engagements des Stiftes Kremsmünster. Es gehe um ökologische Maßnahmen, so Jilka, Fischbesatz sei als letzte Lösung zu sehen.

Es bleibt bei zaghaften Bissen und zwei schönen Saiblingen an diesem vielleicht zu sonnigen Tag. Die Haubentaucher, die ihre Küken lehren, haben heute bestimmt mehr Fische gefangen als wir.

5 Std. Almseefischen im Boot mit Guide kosten 100 Euro. Info: www.landesfischereiverein.at

k.buttinger@nachrichten.at

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/fischer-kolumne/Von-Baeren-Froeschen-Haubentauchern-und-zwei-unvorsichtigen-Saiblingen;art173810,1841882
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