22. März 2016 - 00:04 Uhr · · Fischer-Kolumne

Tricks der Fischzucht Kreuzstein: Liebesperlen für Laichfische

Petri Heil!

Lahnsteiner, Kletzl vor Maränenlaich Bild:

Viele unserer Gewässer sind durch Verbauung beeinträchtigt. Ohne Fischbesatz sähe es darin für etliche Fischarten traurig aus. Die natürliche Reproduktion ist viel zu gering. Fischzüchter springen ein.

Der renommierteste Fischzuchtbetrieb ist jener in Kreuzstein. Er gehört zum Bundesamt für Wasserwirtschaft, dessen Direktion – wie berichtet – von Wien nach Scharfling am Mondsee übersiedeln wird.

In Kreuzstein sitzt das geballte Know-how in Sachen Zucht. "Von 60 Arten können wir hier 40 aufziehen", sagt der Leiter der Fischzucht, Franz Lahnsteiner. In der Praxis wird von Reviervereinen oder Bewirtschaftern befruchteter Fischlaich nach Kreuzstein geliefert. In Zuger-Gläsern wird das Material erbrütet und die Fischlarven bis zur gewünschten Besatzgröße vorgestreckt. Fünf bis acht Millionen Jungfische gehen so jedes Jahr hinaus, hauptsächlich in die Salzkammergutseen. Nicht nur Seeforellen, Reinanken oder Saiblinge. Mehr und mehr Kleinfische werden erbrütet, um die Nahrungskette der beliebten Salmoniden zu sichern – Elritzen etwa. Sie werden in Tanks in Kreuzstein gehalten. Darin liegen hellgrüne Glasmurmeln, über denen die Elternfische ablaichen. "Liebesperlen", nennt sie Fischmeister Manfred Kletzl.

Interessant zudem die Aalrutte: "Ein Fisch mit Zukunft – auch in der Aquakultur", meint Lahnsteiner. In Kreuzstein hat man die Herausforderung mit unserem einzigen Dorschverwandten gemeistert. Die Eier sind winzig, und die Larven fressen nur Plankton. Das Futter kommt aus dem Mondsee und neuerdings landen die Kreuzsteiner große Erfolge mit einem eigens entwickelten Futter für Planktonfresser. Schwierig sei dann noch die Umstellung von unserem "Milupa" auf Trockenfutter, "das haben wir mittlerweile im Griff", sagt Kletzl.

Sinnvoll, so die beiden, wäre es, Aquakulturen mit planzenfressenden Weißfischen aufzubauen. Bei den heutigen Verarbeitungstechniken könnte man daraus tolle Fischstäbchen herstellen. Und das ist nur eine der vielen Ideen, die in Kreuzstein ausgebrütet werden.

k.buttinger@nachrichten.at

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/fischer-kolumne/Tricks-der-Fischzucht-Kreuzstein-Liebesperlen-fuer-Laichfische;art173810,2182545
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