18. August 2015 - 00:04 Uhr · Klaus Buttinger · Fischer-Kolumne

Renkenzupfen: Auf dem Irrsee kann man sich schön täuschen

Petri Heil!

Horst hielt sich nicht mit Zupfen auf. Bild: but

Der Zeller See oder Irrsee an der Grenze zu Salzburg gilt nicht nur als wärmster Badesee des Salzkammerguts, sondern auch als Eldorado für Fischer, insbesondere für Renkenfischer.

Dieser Tage durfte ich mit Matthäus Baudraxler und Horst Huber, beide langjährige Experten, mit der Zille hinausrudern auf den See, um das Renkenzupfen zu lernen – die Königsdisziplin.

Renken, Maränen, Reinanken – die wohlschmeckenden Salmoniden aus der Gattung der Coregonen tragen viele Namen, sie bildeten etliche lokale Unterarten aus. Exakt bestimmen lassen sie sich nur über die Kiemenreusendornen.

Am Irrsee stellen wir den Bodenrenke nach, die im Gegensatz zu den planktonfressenden Schwebrenken Würmer und Larven nehmen. Die ahmen wir mit farbigen Nymphen nach, gebunden auf Goldhaken und paternosterartig auf ein 0,14er-Monofil aufgereiht. Kleiner als Hakengröße 14 dürfen die am Irrsee eingesetzten Nymphen nicht sein, mehr als sechs an einer Hegene sind nicht erlaubt. Nun galt es drei Fragen zu beantworten: Wo treiben sich die Renken herum, in welcher Tiefe, und auf welche Nymphenfarbe beißen sie. Die ersten beiden Fragen beantwortet nur die Erfahrung, letztere ist ein unter Renkenfischern gut gehütetes Geheimnis. Eine Brombeerfarbene soll hier sehr fängig sein. Aber bestätigen will das keiner. Man begegnet der Konkurrenz recht verhalten.

Petri Heil!

Horst hielt sich nicht mit Zupfen auf. (but)

Die Renke, die seit der jüngsten Eiszeit in unseren Seen lebt, beißt nur sehr sachte auf die langsam auf und ab bewegten Köder. Oft zeigt nur ein leichtes Heben der sensiblen Rutenspitze den Biss an. Und dann ist noch lange nicht gesagt, dass sich der Fisch landen lässt. Die Haken sind dünn, die Mäuler weich.

Ein Biss, ein kurzer Drill – trotz sensibler Fingerbremse an der Renkenrolle – weg war der Fisch.

Heute wählte Horst (Foto) die bessere Methode. Statt zu zupfen griff er zu speziellen Renkenstoppeln. Damit konnte er eine größere Fläche befischen als wir Zupfer. Zwei massige Maränen waren sein Lohn. Sie bissen übrigens auf grüne Nymphen. Sagt er zumindest.

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/fischer-kolumne/Renkenzupfen-Auf-dem-Irrsee-kann-man-sich-schoen-taeuschen;art173810,1944561
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