12. Juli 2016 - 00:04 Uhr · · Fischer-Kolumne

Mit der Fischwanderung geht es aufwärts – und dann?

Petri Heil!

Bild: VOLKER WEIHBOLD

Ein Wels mit 165 Zentimetern ist bestimmt ein toller Fang, aber noch lange kein Rekord. Dieser Wels aber, der nahe Ottensheim erwischt wurde, erzählt eine besondere Geschichte.

Er ging jenen Biologen in die Reuse, die ein Monitoring an der jüngst eröffneten Fischwanderhilfe rund um das Donaukraftwerk Ottensheim durchführen. Mit 14,2 Kilometern Länge ist diese Umleitung für Wasserlebewesen die längste Fischwanderhilfe Europas. Der Verbund hat sie für acht Millionen Euro gebaut. Obwohl auch Land, Bund und EU mitgezahlt haben, ist das kein Pappenstiel. Deshalb gehört es zum Normalprozedere, dass nach der Fertigstellung (Ende Mai) überprüft wird, ob die Wanderhilfe angenommen wird.

Immerhin wurden zwischen Ottensheim und Brandstatt 320.000 Kubikmeter Schotter und Erdreich bewegt. Das sollte sicherstellen, dass Fische bis zu einer Größe von 150 Zentimetern die Umschwimmung nutzen können (da hatte man wohl auch an Huchen und Störe gedacht). Schon kurz nach Öffnung der Passage zeigte sich, dass sie beschwommen wird. Ein Hecht und eine Aalrutte zeigten sich den Biologen – und vor ein paar Tagen der 165er-Waller. Damit lässt sich sagen: Mission erfüllt, Testfisch wohlauf. Er wurde nach der Vermessung zurückgesetzt.

Noch einen Gedanken zu Fischaufstiegshilfen: Schön, wenn an der Durchgängigkeit der Flüsse gearbeitet wird, wenn der Natur endlich etwas zurückgegeben wird. Die Kraftwerke selbst aber häckseln nach wie vor die Fische, wenn sie stromabwärts schwimmen und in die Turbinenschaufeln geraten. Moderne Kraftwerkstypen bieten hier schon fischschonende Techniken an. Aber bis auf diese umgerüstet wird, dürfte noch viel Wasser die Flüsse hinunterrinnen.

Ein Erratum zur letzten Kolumne: Ich schrieb, das Aitel hätte keine Schonzeit. Hat es aber seit 2014, nämlich von 16. 3. bis 31. 5. Sorry. Aber ich las die Info von einem veralteten Folder ab, der auf meiner Pinnwand klebt. Er hat den Zweck, Ziege, Zingel, Zobel und Zope unterscheiden zu lernen.

Kann ich bis heute nicht.

k.buttinger@nachrichten.at

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/fischer-kolumne/Mit-der-Fischwanderung-geht-es-aufwaerts-und-dann;art173810,2285842
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