28. Mai 2015 - 14:17 Uhr · Klaus Buttinger · Fischer-Kolumne

Für junge Forellen ist es so richtig nett nur im Bachbett

Petri Heil!

Bild: VOLKER WEIHBOLD

Ein feines Platzerl hat er da in Pacht, der Herr Landesfischermeister Siegfried Pilgerstorfer.

Seine Fischerhütte am idyllischen Schiederweiher an der Krummen Steyr in Hinterstoder spielt alle Stückerl. Aber auch der Herr Redakteur und Freizeitfischer Klaus Buttinger hat neuerdings ein nettes Platzerl, nämlich diese Kolumne, die ab heute 14-tägig erscheinen und die Fischerei in Oberösterreich zum Inhalt haben wird. Da ist es selbstverständlich, dass der Herr Kolumnist dem Herrn Landesfischermeister einen Antrittsbesuch abstattet. Gehört sich so.

In der Hütte bullert der Tischherd. Pilgerstorfer erzählt vom Cocooning. Damit ist nicht der Wohntrend des Neobiedermeier gemeint, sondern eine spezielle Form des Fischbesatzes, die etwa der Fischerclub Hinterstoder im Oberlauf der Steyr und an ihren Zuläufen betreibt. Beim Cocooning (engl.: verpuppen) werden Bachforelleneier im Augenpunktstadium in den Schotterkörper eines Baches oder Flusses mit Hilfe eines Rohrs fünf Zentimeter tief eingebracht. So wachsen die Fische von Anfang an natürlich auf. 20.000 Eier stecken Pilgerstorfer und Freunde jedes Jahr ins Bachbett. Wie viele davon zu fangfähigen Bachforellen heranwachsen, will ich wissen: „Vielleicht 100 oder 200“, sagt Oberösterreichs oberster Fischer, „aber das Wichtig ist, dass bei der Methode die natürliche Vermehrung der Fische angeregt wird“.

Überhaupt geht es Pilgerstorfer um die Natur, um die Artenvielfalt. Sogar mit Gänsesägern, Kormoranen und Fischottern – den Konkurrenten der Fischer – hat er kein Problem. Allerdings schränkt er ein: „Wir haben eine Schieflage in sensiblen Zonen.“ Die Steyr im Oberlauf würde vielleicht ein, zwei Fischotter vertragen, zehn sicher nicht. „Ein Gänsesägerpaar mit bis zu 15 Jungen braucht von Mai bis Juli 100.000 kleine Fische“, rechnet er vor. Und weder Kormoran noch Otter haben natürliche Feinde. Man müsse also mancherorts Eingriffe über die Jägerschaft zulassen, fordert Pilgerstorfer. An seinem hintergründigen Lächeln merkt man, dass er auch schon genau weiß, wie und wo.

Quelle: nachrichten.at
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/fischer-kolumne/Fuer-junge-Forellen-ist-es-so-richtig-nett-nur-im-Bachbett;art173810,1824147
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